Vermeldung Löbau 29.05.2016

Gottesdienste:
Löbau, Kath. Kirche, August-Bebel-Str. 6

Sonntag, 29.05. 10.00 Uhr Fronleichnams-Gottesdienst mit Prozession
17.00 Uhr Maiandacht, musikalisch gestaltet vom Kirchenchor
Mittwoch, 01.06. 08.30 Uhr Hl. Messe
Freitag, 03.06. 08.30 Uhr Hl. Messe
Sonntag, 05.06. 10.00 Uhr Hl. Messe, parallel Kindergottesdienst

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Herrnhut, Kath. Kirche, Oderwitzer Str. 2

Donnerstag, 02.06. 17.30 Uhr Hl. Messe
Sonntag, 05.06. 08.30 Uhr Hl. Messe zum Patronatsfest

 

Weißenberg, ev. Kirche

Sonntag, 29.05. 08.00 Uhr Hl. Messe

 

Kollekten:

Sonntag, 29.05. für unsere Gemeinde
Sonntag, 05.06. für unsere Gemeinde

 

Veranstaltungen

Geselliger Tanz Mittwoch, 15.00 Uhr
Ausfahrt Besuchsdienst Mittwoch, 16.00 Uhr
Kirchenchor Mittwoch, 19.15 Uhr
Jugendaufnahme Freitag, 19.00 Uhr
Ministrantenstunde Samstag, 04.06., 10.15 Uhr

 

Vorschau

Kreativkreis Montag, 06.06., 14.00 Uhr
Schriftkreis Donnerstag, 09.06., 19.30 Uhr

 

Hinweis

  • Das Informationsblatt Juni/Juli liegt hinten zum Mitnehmen aus.

 

Aufgebot

Das Sakrament der Ehe wollen sich spenden

Bernhard Warnatsch, geb. 16.12.1988; wohnhaft in Löbau, Pestalozzistraße 18; Gesundheits- und Krankenpfleger; römisch-katholisch

und Linda Steinert, geb. 24.04.1991; wohnhaft in Löbau, Pestalozzistraße 18; Gesundheits- und Krankenpflegerin;

ohne Religion.

Die Trauung soll am Samstag, 11.06.2016, 13.30 Uhr in unserer Pfarrkirche sein.

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Geistlicher Impuls für die Woche 22/2016

VorschaubildMensch und Schöpfung – in der Beziehung zu Gott

In der letzten Woche haben wir das große Glasfenster in Benediktbeuern besucht, mit dem uns der bekannte Künstler Sieger Köder auf Gottes Glanz in der Schöpfung aufmerksam machen will. Heute wenden wir unseren Blick rückwärts. Denn auf der gegenüberliegenden Seite der Lichtwand befinden sich zwei weitere Köder-Fenster – viel kleiner zwar, so groß wie Dachluken, aber mit bemerkenswerten Botschaften. Beginnen wir in dieser Woche mit dem rechten Bild, bei dem es sich zweifelsfrei um die hl. Hildegard von Bingen handelt.

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Meistens wird Hildegard mit Äbtissinnenstab, Modell des Klosters Rupertsberg bei Bingen und Buch dargestellt. Diese drei Attribute stehen stellvertretend für ihr Lebenswerk. Die aus adligem Haus stammende Frau gründete um das Jahr 1150 ein Benediktinerinnenkloster auf dem Rupertsberg bei Bingen, dem sie als Äbtissin vorstand, ebenso wie dem später gegründeten Kloster in Eibingen auf der anderen Rheinseite. Das Buch weist auf ihre herausragende Bedeutung als Universalgelehrte, die uns ein beachtliches Werk hinterlassen hat. Noch heute liegen ihre Bücher über Kräuterheilkunde auf den Büchertischen. Weniger bekannt sind ihre Schriften, in denen sie über ihre eigenen geistlichen Erfahrungen berichtet. Sie fasst dabei ihre göttlichen Offenbarungen in sprachgewaltige Bilder. Das bedeutendste Werk trägt den Titel „Liber scivias“ (übersetzt mit: „Wisse die Wege“) und enthält 13 Visionen, die Hildegard eine außerordentliche Stellung in der Spiritualitätsgeschichte verschaffen.

 

Glasfenster „Hildegard von Bingen“ in der Kapelle des Maierhofes im Kloster Benediktbeuern
Glasfenster „Hildegard von Bingen“ in der Kapelle des Maierhofes im Kloster Benediktbeuern

Sieger Köder bewegt sich außerhalb der gängigen Abbildungen, die wir von Hildegard kennen. Auf seinem Glasfenster kleidet er sie zwar wie üblich in ihre benediktinische Ordenstracht und stellt sie uns als Mystikerin mit geschlossenen Augen vor. Aber es fehlen die genannten Attribute. Auch das Umfeld dürfte uns fremd vorkommen. Das weiße Rad, die rote Scheibe mit der dunklen Gestalt und auch die beiden Sternenbanner geben uns Rätsel auf. Was hat es damit auf sich?

Die Antwort ist leicht und schwer zugleich. Leicht ist sie, weil uns Hildegard-Kenner sofort zwei Visionsbilder benennen können, die sich mit Köders Darstellung decken. Schwer bleibt die Antwort trotzdem, denn in unseren heutigen Ohren klingen die Visionsbeschreibungen von Hildegard eher befremdlich, als sie uns Erhellendes mitzuteilen hätten. Wir wollen trotzdem einen kleinen Exkurs in diese „Bildwelt“ wagen, weil sie das große Glasbild „Mensch und Schöpfung“ von Sieger Köder mit einem wichtigen Aspekt ergänzt.

Die Betrachtung der Offenbarungen wird uns durch kleine Miniaturbildchen erleichtert. Sie sind in einer Prachthandschrift, dem sogenannten Rupertsberger “Scivias”-Kodex, enthalten und illustrieren Hildegards Texte. Wissenschaftler vermuten, dass die 35 Darstellungen nicht von der begnadeten Visonärin selbst stammen, aber doch in der Zeit kurz vor oder nach ihrem Tod entstanden. Zwei dieser Visionsbilder, die auch Sieger Köder in seinem Glasfenster unterbringt, schauen wir uns näher an.

 

Sterne, die ihren Lichtglanz verlieren

Miniaturbild aus dem Rupertsberger “Scivias”-Kodex: Tafel 20: Erloschene Sterne
Miniaturbild aus dem
Rupertsberger “Scivias”-Kodex:
Tafel 20: Erloschene Sterne

Nehmen wir uns zuerst die Sterne vor; sie sind in Köders Fensterbild rechts oben platziert. Wir finden sie in ganz ähnlicher Weise auch in der Prachthandschrift. Diese Darstellung bezieht sich auf Hildegards Vision von den erloschenen Sternen. Sie beschreibt dabei drei Phasen, wie wir sie auch auf der nebenstehenden Illustration gut erkennen können. In der oberen Bildhälfte treten uns die Sterne mit großer Leuchtkraft entgegen. In der Mitte des Bildes werden sie zunehmend schwarz, bis sie schließlich weiter unten ganz und gar untergehen.

Wie bei allen anderen Visionen erläutert Hildegard das Geschaute. Sie bringt das Erlöschen der Sterne mit dem biblisch bezeugten Engelsturz in Verbindung. Der große Stern stellt dabei Luzifer, den gefallenen Engel, dar, während die anderen Sterne seine Heerschar verkörpern. Hildegard beschreibt, dass Luzifer „am Anfang seiner Erschaffung so prächtig und groß [war], dass er weder an seiner Ehre noch an seiner Kraft einen Mangel empfand“. Doch Luzifer begeht einen folgenschweren Fehler: Er leitet aus dieser Stärke ab, „er könne alles beginnen, was er wolle. … Und als er eine Stelle sah, wo er meinte, bestehen zu können, wollte er dort seine Schönheit und Stärke zeigen.“ Auf diese Weise wendet er zugleich den Blick von Gott, seinem Schöpfer, ab. Die Folge: Sein Glanz erlischt und er versinkt mit seinen Gefährten im Chaos.

 

Umschlossen von Licht und Feuer

Rupertsberger “Scivias”-Kodex: Tafel 11: Die wahre Dreiheit in der wahren Einheit
Rupertsberger “Scivias”-Kodex: Tafel 11:
Die wahre Dreiheit in der wahren Einheit

Auch für das zweite Visionsbild in Köders Glasfenster gibt es ein Pendant in der Prachthandschrift. Es vermittelt eine ganz andere Dynamik als das erste: nicht den Fall von oben nach unten, sondern die Geborgenheit einer Menschengestalt in einem Kreisrund.

Lesen wir dazu den Text Hildegards, der dieser Miniatur zugrunde liegt, im Original: „Alsdann sah ich ein überhelles Licht und darin eine saphirblaue Menschengestalt, die durch und durch im sanften Rot funkelnder Lohe brannte. Das helle Licht durchflutete ganz die funkelnde Lohe und die funkelnde Lohe ganz das helle Licht. Und [beide,] das helle Licht und die funkelnde Lohe durchfluteten ganz die Menschengestalt, [alle drei] als ein Licht wesend in einer Kraft und Macht.“

Das helle Licht, – so fährt Hildegard fort –, stellt den Vater dar, die funkelnde Lohe den Heiligen Geist und die Menschengestalt den Sohn. Alle drei sind untrennbar verbunden und keiner kann ohne den anderen sein. Von dieser Verbundenheit ist Hildegard von Bingen fasziniert, denn immer wieder kommt sie in ihren Texten darauf zurück. In einem Loblied formuliert sie sehr schön, dass in dieser Einheit Gottes „Klang und Leben“ ist.

Am Ende unserer Betrachtung bleibt noch zu fragen, warum wohl Sieger Köder gerade diese beiden Visionen Hildegards ausgewählt und in die Gestaltung seiner Schöpfungsbilder aufgenommen hat. Vielleicht befürchtete er eine Verkürzung der Interpretation seines großen Lichtbildes, wie es nicht selten in esoterischen Kreisen vorkommt. Es nützt nichts, wenn wir Gottes Wirklichkeit in der Schöpfung entdecken und dann doch meinen, unseren eigenen Glanz selbst produzieren zu können – sei es durch besondere Leistungen oder wenigstens durch eine beeindruckende Selbstdarstellung. Wer auf die eigene Kraft und Stärke vertraut, fällt unweigerlich aus der lebensspendenden Beziehung zu Gott.

Das Schöne bei Köder: Er lässt uns mit dieser latenten Gefahr nicht zurück, sondern stellt uns eine weitere Vision Hildegards vor, die den Weg aus der Selbstbezogenheit weisen kann: der Blick auf Gott in seiner Dreieinigkeit. Wenn Gott in sich einig ist und dadurch viel Licht und Wärme ausstrahlt, dann können auch wir uns in dieses Kraftfeld begeben. Es wird uns nicht nur umschließen und halten, sondern auch wie Hildegard in die göttlichen Wahrheiten einführen.

29. Mai 2016
Text und Foto: Jeannette Gosteli
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Vermeldungen Zittau 29.05.2016

Gottesdienste:

 Zittau, Kath. Kirche. Lessingstraße 18

Sonntag, 29.05. 10.00 Uhr Hl. Messe (++ Angeh. der Fam. Schwarz und Hess)
Dienstag 08.00 Uhr Hl. Messe, anschl. Rosenkranz
Donnerstag 18.00 Uhr Anbetung des Allerheiligsten
18.30 Uhr Hl. Messe
Freitag 08.00 Uhr Hl. Messe, anschl. Rosenkranz
Sonntag, 05.06. 10.00 Uhr Hl. Messe mit Kinderkatechese (+ Gertrud Herrmann)
18.30 Uhr Hl. Messe mit Bischof i.R. Piesl

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Hirschfelde, Kath. Kirche, Komturgasse 9

Samstag, 28.05. 17.30 Uhr Hl. Messe
Sonntag, 05.06. 08.30 Uhr Hl. Messe

 

Olbersdorf, Kath. Kapelle, Leipaer Str. 2

Sonntag, 15.05. 08.30 Uhr Hl. Messe
Samstag, 05.06. 17.30 Uhr Hl. Messe

 

Kollekten:

Samstag/Sonntag 28./29.05. für unsere Gemeinde
Samstag/Sonntag 04./05.06. für unsere Gemeinde

 

Veranstaltungen

Gemeinde- und Familienbrunch Sonntag, 29.05. nach der Hl: Messe.
Maiandacht „Barocke Heiligenbilder in unserer Region“ Sonntag, den 29.05., 15.30 Uhr  im Museum
Eintritt: 5,00 bzw. 3,00 Euro
Kinderchor- Probe Montag, 16.15 Uhr
Band- Probe Montag, 17.00 Uhr“
Vorbereitungstreff RKW Dienstag, 19.00 Uhr
Treff der Alleinstehenden Mittwoch, 14.00 Uhr
Diakonats- und Kommunionhelfer- sowie Küstertreff Mittwoch, 19.00 Uhr mit gemeinsamen Grillen
Ministrantenstunde mit Grillen zum Schuljahresende Donnerstag, 17.00 Uhr
Probe des Kirchenchores Donnerstag, 19.30 Uhr
Jugendabend Freitag, 19.00 Uhr
Gemeindebildungstag Samstag, Start um 09.00 Uhr an der Kirche

 

Hinweise

  • Heute (29.05.) ist der Anmeldeschluss für die Seniorenfahrt am 14.06.16. Die frohe Nachricht: Sie findet statt, da inzwischen 30 Anmeldungen eingegangen sind.
  • Die Kosten für den Gemeindebildungstag können nach dem Gottesdienst in Zittau bei Herrn Jöst bezahlt werden.
  • Die Gemeinde Zittau lädt die Verantwortungsgemeinschaft OST-ZI-LÖ am Sonntag, 12. Juni, zu einer Wanderung ins Riesengebirge auf den Reifträger ein. Die Strecke ist 22 km lang, mit dem Lift nur 17 km. Es wird mit dem Zug ab Zittau gefahren. Für weitere Informationen gibt es ein Plakat und Handzettel zum Mitnehmen.

Verstorben ist aus unserer Pfarrei Herr Johann Handler im Alter von 87 Jahren, zuletzt wohnhaft in Zittau, Friedrich-Schneider-Str. 12. Die Beerdigung war Freitag auf dem Frauenfriedhof. R.I.P.

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Wanderung ins Riesengebirge

Wanderung KarteDie Pfarrgemeinde Zittau lädt ein zu einer Wanderung auf den Reifträger im Riesengebirge am Sonntag, 12. Juni 2016.

Treffpunkt: Bahnhof Zittau, Gleis 1a (Bahnsteig nach Liberec)
Mit Bahn hin: 7.49 Uhr ab Bahnhof Zittau
Mit Bahn zurück: 19.14 (20.40) Uhr Ankunft Zittau

Laufen: 22 (17)km; Bei 4,5 km/h ca. 5 Stunden und 1,5 Stunden Pausen. Bei Liftbenutzung nur 17km und kein Anstieg zu Fuß, aber auch kein Zackelfall.

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Verpflegung: Aus dem Rucksack, Einkehr kaum möglich.

Bezahlung:
Bahn: im Zug mit CZK (ca. 200 hin und zurück), erst bis Liberec, nach Umsteigen bis Szklarska Poręba Gorna, zurück entsprechend
Sessellift: 32 Zloty

Keine Anmeldung erforderlich – alle Informationen auf diesem Handzettel

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Geistlicher Impuls für die Woche 21/2016

Mensch und Schöpfung – ein faszinierendes Lichtspiel

VorschaubildWer die Kapelle im sogenannten Maierhof des Klosters Benediktbeuern betritt, erfasst zunächst einmal nur einen schlichten Raum. Blau gepolsterte Stühle stehen an den Wänden – ausgerichtet auf einen kleinen hölzernen Altartisch mit weißem Tuch und Kerze. An der Seite hängt ein Kreuz aus Wurzelholz. Ein Gottesdienstraum wie jeder andere. Und doch ist er etwas Besonderes. Darauf deutet eine dunkle Wandfläche, zu der ein Lichtschalter mit vier seltsamen Knöpfen gehört. Jedes Jahr kommen dutzende Schulklassen und andere Gruppen in den kleinen Ort Benediktbeuern, um sich diese Kapelle zeigen zu lassen. Denn sie beherbergt eines der schönsten Lichtspiele, die die christliche Kunst hervorgebracht hat, und gehört damit zu den eindrücklichsten Meditationsräumen überhaupt.

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Dazu muss allerdings die Hintergrundbeleuchtung mit dem erwähnten Lichtschalter angestellt werden. Was die Besucher dann erblicken, ist beeindruckend: Auf einer Fläche von rund vier mal zwei Metern erstreckt sich ein großes beleuchtetes Glasfenster – zusammengesetzt aus unzähligen kleineren Scheiben. Sieger Köder, der berühmte Priester und Künstler aus Ellwangen, schuf das Werk aus Verbundenheit mit dem Kloster Benediktbeuern, das er oft und gern besuchte. Er gab ihm den Namen „Mensch und Schöpfung“.

Kloster Benediktbeuern, 50 km südlich von München gelegen
Kloster Benediktbeuern, 50 km südlich von München gelegen

Das Schöpfungsthema ist im Kloster Benediktbeuern seit langem beheimatet. Hier lebten einst Benediktinermönche, die für ihre Schöpfungsspiritualität bekannt sind; für ihren sorgsamen Umgang mit allem, was ihnen Gott schenkte. Heute führen die Salesianer Don Boscos diese Tradition weiter. Sie haben hier unter anderem ein Zentrum für Umwelt und Kultur eingerichtet, das sich ganz der Vermittlung dieses ökologischen Gedankens verschrieben hat. Die Mitarbeiter kümmern sich beispielsweise um die ausgedehnten Moorflächen, die das Kloster umschließen; sie bieten zahlreiche Vorträge und Exkursionen zu Naturschutzthemen an und – das ist das Besondere – sie bringen all das in Verbindung mit dem christlichen Glauben.

 

 

Wirkung im Zu- und Miteinander der Einzelteile

Das Glasfenster wirkt durch seine Hintergrundbeleuchtung. Bei einer Meditation werden mit den Tastern des Lichtschalters der Reihe nach vier verschiedene Leuchtflächen sichtbar. Sieger Köder lässt in ihnen die ganze Schöpfung erstrahlen. Das Nacheinander des Erscheinens erinnert an den Schöpfungsbericht aus dem Buch Genesis. Am Anfang war alles wüst und leer, unbeleuchtet. Dann kommen Tag für Tag die Elemente hinzu: Licht, Wasser, Erde sowie Pflanzen, Tiere und der Mensch.

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Glasfenster „Mensch und Schöpfung“ von Sieger Köder in der Kapelle des Zentrums für Umwelt und Kultur

 

Die vier Leuchtfelder sind durch verschiedene Farben mit ihren zahlreichen Nuancen charakterisiert. In der Mitte leuchtet das Rot; Sinnbild für Licht und Feuer, das den Menschen wärmt. Oben ist das Blau angeordnet. Es steht für den Himmel; für die Luft, die den Menschen atmen lässt. Links befindet sich das Grün; die Farbe der Natur, die den Menschen nährt. Rechts erstreckt sich schließlich das Braun; die Erde, die den Menschen trägt. Vier Farben, vier Elemente, vier Lebenselixiere – alles, was der Mensch zum Leben braucht. Mit dem farbigen Lichtspiel stellt uns Sieger Köder aber nicht nur das Notwendige, sondern auch das Schöne der Schöpfung vor Augen; im Leuchten der Farben können wir Gottes Freude über sein Werk spüren, die im Schöpfungsbericht bezeugt ist: „Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut.“ (Gen 1,31).

Es lassen sich aber auch noch zwei weitere Kontrastfarben im Glasbild finden: Schwarz und Weiß. Weiß strahlt der Mittelpunkt der Betrachtungsfläche. Er lässt das Hintergrundlicht am hellsten durchscheinen und zieht uns bei längerem Hinschauen magisch an. Kein Wunder: Weiß ist die Farbe Gottes. Er ist der Zielort unserer Sehnsucht. Die schwarzen Linien haben hingegen etwas Abstoßendes. Sie durchkreuzen mehrfach mit finsteren Balken das harmonische Gesamtgefüge. Schwarz steht für Leiden und Tod. Es will uns erinnern, dass die Schöpfung immer auch gefährdet und der Zerstörung preisgegeben ist.

 

Gott als Ursprung und Mitte

Die meiste Aufmerksamkeit zieht der rote Kreis in der Mitte auf sich. Er lässt viele Assoziationen zu. In ihm steckt augenscheinlich eine explosive Kraft, vielleicht der Uranfang, aus dem sich unsere Erde und das ganze Universum entwickeln.

Etwas wagemutiger ist der Gedanke, dass der weiße Leuchtpunkt auch eine Hostie verkörpern könnte, um die sich die vom Heiligen Geist durchglühten Jünger versammelt haben.

Die Anordnung der einzelnen roten Glasscheiben lassen aber auch an eine Rose denken. Ihre Blütenblätter sind konzentrisch um das helle Innere angeordnet. Diese Mitte ist der Ort der Bestäubung und der Verwandlung in eine Frucht. Sieger Köder liebte Rosen; sie sind auf vielen seiner Bilder zu sehen. Sicher liegt es an der hohen Symbolkraft der Rose. Die Rose steht wie keine zweite Pflanze für die Liebe. Wenn eine Rosenknospe aufblüht und sich die vielen Blütenblätter aufstellen, erinnert sie uns an das Universum, das sich immer mehr ausbreitet. Manche sehen in der Rose auch ein Relikt aus dem Paradies und erzählen gern, dass Eva die schönste der Blumen heimlich aus dem Paradiesgärtlein mitgenommen habe.

Egal welcher Deutung wir am liebsten folgen möchten, immer verweist sie auf Gott als Mitte und Ursprung aller Schöpfung. Und das hat Folgen für uns.

 

Unscheinbar eingefügt: der Mensch

003_9631 kleinIn unserem heutigen Verständnis steht der Mensch im Zentrum – alles andere ist auf hin geordnet. Nicht so beim Glasfenster von Sieger Köder! Hier wurde der Mensch in das Braun der Erde gezeichnet – unscheinbar ist er in die erdhafte Schöpfung eingefügt. Damit wird ausgedrückt, dass sich der Mensch eingebunden fühlen darf in das große Ganze.

Die menschlichen Gesichter sind auf die Mitte, auf das Göttliche, gerichtet. Vielleicht vernehmen sie gerade, dass Gott, der Herr, den Menschen einst nahm und ihn in den Garten Eden setzte, damit er ihn bebaue und bewahre (vgl. Gen 2,15). Zwei Aspekte klingen in der alttestamentlichen Aussage an: Der Mensch soll all das Geschaffene nutzen, aber er soll es auch erhalten.

003_9632 kleinDie zweite Forderung umfasst nicht nur den modernen Nachhaltigkeitsgedanken, damit auch künftige Generationen eine Lebensgrundlage haben. Darauf weist Köder mit einem liebenswerten Detail hin: Zur Schöpfung gehören auch Dinge, die der Mensch nicht unverzichtbar zum Leben braucht. Deswegen ruhen auf dem Glasfenster auch Schmetterlinge, Käfer und Gewürm. Über die verschiedenen Farben sind wir mit allen Lebewesen verbunden. Wir stehen auf derselben Erde, atmen dieselbe Luft, trinken aus der derselben Quelle. Wir sind Teil des Ganzen.

Sieger Köder setzt das Schöpfungsszenario aus Glas in das Umfeld von Benediktbeuern. Am oberen Bildrand thront die Benediktenwand, der Hausberg von Benediktbeuern – Sinnbild für Heimat. Damit lassen sich zwei weitere Gedanken entwickeln. Um Gottes schöne Schöpfung und unser Eingebundensein in ihr zu erleben, müssen wir nicht erst in ferne Länder reisen. Mit dem Glasfenster wird uns die Schönheit der Schöpfung in unserem Umfeld vor Augen gestellt. Zugleich beginnt unser Auftrag, fürsorglich mit der Schöpfung umzugehen, immer vor der eigenen Haustür.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Das faszinierende Lichtspiel von Sieger Köder vermittelt eindrucksvoll, dass die Schöpfung durchlässig ist für die Leuchtkraft Gottes. Im geistlichen Leben sind wir gerufen, dafür einen Blick zu entwickeln und in jedem Wesen, in jedem Element Gottes Licht und Strahlkraft zu entdecken. Je mehr wir in diese Fähigkeit hineinwachsen, umso leichter wird es uns fallen, Gottes Schöpfung mit einem liebenden Blick anzuschauen und wo es nötig ist, für sie mit unserer Tat einzutreten.

22. Mai 2016
Text und Fotos: Jeannette Gosteli
  Geistlicher Impuls als Pdf-Datei

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