Geistlicher Impuls für die Woche 26/2018

Ernst Barlachs „Fries der Lauschenden“ – Teil 3: „Die Träumende“

„Wenn ich einmal reich wär …“ – keiner singt den Traum vom großen Geld so sympathisch wie der Milchmann Tevje in dem berühmten Musical „Anatevka“. Sympathisch ist uns der arme Jude, weil er offen ausspricht, was sich oft nur heimlich in unserem Herzen regt: der Wunsch, dem eigenen Lebensglück ein Stück näher zu kommen. Tevje sehnt sich vor allem nach einem schönen Haus, das ihm sicher mehr Beachtung und Anerkennung einbringen würde. Auch Ernst Barlach ist der Traum von mehr finanziellem Spielraum nicht fremd. Oft muss er Jahre warten, bis sich ein Auftraggeber findet, damit er seine künstlerischen Ideen auch umsetzen kann – wie beim „Fries der Lauschenden“. Ist das auch der Grund, warum seine Figurenserie mit der „Träumerin“ beginnt?   » Alles lesen


 

Geistlicher Impuls für die Woche 25/2018

Ernst Barlachs „Fries der Lauschenden“ – Teil 2: „Der Wanderer“

Abschalten, der Seele Gutes tun, unvergessliche Momente einfangen – so oder so ähnlich dürften die Untertitel vieler selbst erwählter Urlaubsziele lauten. Und nicht selten staunen wir, dass sich diese Wünsche vor allem dann erfüllen, wenn wir einfach nur da sind: im Liegestuhl, das blaue Meer vor Augen; auf einem Berggipfel mit atemberaubendem Weitblick; ja selbst im Garten, umgeben von Vogelgezwitscher und Blütenzauber. Dieses „Nichts-als-Dasein“ ist auch für Ernst Barlach ein Faszinosum, bei dem ihm mitunter „etwas Unbegreifliches, Größeres“ aufgeht. Zeitlebens spürt er solchen Zuständen bei sich und seinen Mitmenschen nach. Und er hat die Gabe, sie auf geniale Weise mit seinen Künstlerhänden festzuhalten. Der „Fries der Lauschenden“ gehört zu diesen beeindruckenden Zeugnissen seines Schaffens. Wie angekündigt wollen wir uns nun jeder Figur, jedem Lauschendem einzeln zuwenden.   » Alles lesen


 

Geistlicher Impuls für die Woche 24/2018

Ernst Barlachs „Fries der Lauschenden“ – Teil 1: Hinführung

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Was macht ein gutes Denkmal aus? Diese Frage stellen sich Auftraggeber, Künstler und Juroren beispielsweise immer dann, wenn es gilt, eine neue Skulptur für eine berühmte Person zu erschaffen – so wie 1926, als der Magistrat der Stadt Berlin kurz vor Beethovens 100. Todestag einen Wettbewerb für ein neues Ehrenmal ausruft. Einer der acht angefragten Bildhauer ist Ernst Barlach. Der 1870 in Hamburg-Wedel geborene Bildhauer antwortet auf die eingangs gestellte Frage mit einem ungewöhnlichen Entwurf … und scheitert. Und doch entsteht aus der geschmähten Idee wenige Jahre später etwas Großes: neun anmutige Holzgestalten, die unter dem Namen „Fries der Lauschenden“ in die Kunstgeschichte eingehen. Diese Figuren werden uns in der kommenden Betrachtungsreihe beschäftigen – als Botschafter für die Wirkkraft der Musik, aber noch mehr als Sinnbilder für eine wichtige Dimension des geistlichen Lebens.
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Geistlicher Impuls für die Woche 23/2018

Königin Ester – Teil 3: Denkanstöße für das geistliche Leben

„Alles erfunden!“ – Das glauben nahezu alle Bibelkommentatoren, wenn sie über das Buch Ester nachdenken. Und tatsächlich lassen sich in den Texten etliche Ungereimtheiten finden, die an der Historizität der biblischen Erzählung zweifeln lassen. Ebenso gibt zu denken, dass sich in geschichtlichen Quellen nichts über die dramatischen Begebenheiten um Ester und Mordechai finden lässt. Und so interpretiert man die Ester-Geschichte gern als generelle Erfahrung des jüdischen Volkes, in latenter Gefahr zu leben, aber auch immer wieder durch Gottes unverbrüchliche Treue gerettet zu werden. In unserer dritten und letzten Betrachtung zum Buch Ester wollen wir noch einen Schritt weitergehen und die einst für Juden gedachte Botschaft auf uns und unseren geistlichen Weg beziehen. Wir werden erstaunt sein, wie viele Denkanstöße darin verborgen sind.   » Alles lesen


 

Geistlicher Impuls für die Woche 22/2018

Königin Ester – Teil 2: Gottes Wirken bei menschlicher Ohnmacht

Bei der letzten Betrachtung entdeckten wir gemeinsam, dass das Buch Ester nicht nur eine spannende Geschichte von der Errettung des jüdischen Volkes erzählt, die einer gleichermaßen klugen wie mutigen Frau zu verdanken ist. Wir erkannten auch, dass es vor allem Gott, der unsichtbare Gegenspieler des persischen Herrschers Ahasveros, ist, der die Geschichte des jüdischen Volkes und seiner zwei Protagonisten lenkt und somit zu einem guten Ende führt. Doch mit dieser Erkenntnis drängt sich die Frage auf, was nun wirklich zählt: menschliches Handeln oder Gottes Wirken. Und wenn Letzteres gilt, was wir Gläubigen natürlich annehmen dürfen, so bleibt zu hinterfragen, wie das gelingen kann. Wie kann der unsichtbare Gott in das vorgezeichnete Schicksal eines Volkes eingreifen?   » Alles lesen