Geistlicher Impuls für die Woche 33/2018

Ernst Barlachs „Fries der Lauschenden“ – Teil 10: „Die Pilgerin“

Nahzu jeden Tag wiederholt sich das gleiche Szenario: Pilger erreichen Santiago de Compostella und … fallen in ein tiefes Loch. Denn dem Glücksgefühl, endlich das Ziel des Jakobsweges erreicht zu haben, folgt recht schnell die beängstigende Vorstellung, nun wieder in den tristen Alltag zurückkehren zu müssen. Verständlich, wird doch das Pilgern meistens als beglückender Ausnahmezustand erfahren. Auch Ernst Barlach geht es ganz offensichtlich um die Freude, als er „Die Pilgerin“ aus einem harten Stück Eichenholz herausschält. Darauf verweisen die entspannte Haltung der Frau, dazu der in schöne Falten fallende Umhang und das zarte Lächeln auf den Lippen. Doch welche Freude meint der aus Hamburg stammende Bildhauer?   » Alles lesen


 

Geistlicher Impuls 32/2018

Ernst Barlachs „Fries der Lauschenden“ – Teil 9: „Der Blinde“

Bettler sind in Großstädten allgegenwärtig – kein Wunder, denn sie können auf die Großzügigkeit der vielen Passanten hoffen. Im Durchschnitt kommt ein Bettler auf 2.500 € pro Monat; das haben offizielle Untersuchungen mehrfach belegt. Und da dieses Geld in der Regel an Jobcentern und Finanzämtern vorbeigeht, liegt das Einkommen von Bettlern 50 Prozent höher als der Durchschnitt jener Menschen, die sich mit redlicher Arbeit ihr Geld verdienen. Inzwischen gibt es sogar nahezu überall mafiöse Strukturen, die mit Bettlern das große Geschäft machen. Deswegen werden allmählich auch die Stimmen lauter, die eine solche „Bettelwirtschaft“ kritisch sehen.

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Geistlicher Impuls 31/2018

Ernst Barlachs „Fries der Lauschenden“ – Teil 8: „Der Empfindsame“

Die Figur, die im „Fries der Lauschenden“ meistens die größte Irritation beim Betrachter auslöst, ist die dritte von rechts. Im Vergleich zur Tänzerin, die sich in der Spiegelposition befindet, wirkt die Holzgestalt wie ein Gegenprogramm: keine zarte Frau, sondern ein stattlicher Mann; keine Leichtfüßigkeit, sondern vielmehr verkörperte Schwere; keine freudige, offene Ausstrahlung, sondern eher eine ernste und verschlossene; kein Tanz, sondern festes Stehen. Es erschließt sich nicht so leicht, wie Ernst Barlach einen solchen Menschentyp mit inspirierender Musik und spiritueller Suche in Verbindung bringen will.

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Geistlicher Impuls für die Woche 30/2018

Ernst Barlachs „Fries der Lauschenden“ – Teil 7: „Die Tänzerin“

Tanzen ist eines der großen Rätsel der Evolution. Auch wenn sich schon viele Wissenschaftler den Kopf darüber zerbrochen haben, lassen sich nur Vermutungen anstellen, warum der Mensch Musik macht und sich dazu rhythmisch bewegt. Lange Zeit dachte man, Tanzen wäre eine kulturelle Errungenschaft des Menschen – ausgelöst durch das Leben in Gruppen vor rund zwei Millionen Jahren. Doch Tänze gibt es auch im Tierreich. Einige Forscher meinen daher: Die Fähigkeit zu tanzen ist genetisch verankert und dient vordergründig zur Erhaltung des Lebens – ein schönes Sinnbild, wenn man das Tanzen einmal unter die Lupe der geistlichen Betrachtung nimmt.
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Geistlicher Impuls für die Woche 29/2018

Ernst Barlachs „Fries der Lauschenden“ – Teil 6: „Der Begnadete“

Vor wenigen Wochen ging die Aussage Trumps durch die Medien, er „habe die absolute Macht, sich selbst zu begnadigen“. Die Journalisten, die redlich dazu recherchierten, mussten kleinlaut zugeben: Laut Verfassung kann er das tatsächlich; der US-Präsident kann Ermittlungen der Justiz, die gegen ihn selbst laufen, stoppen und ggf. einen Schuldspruch des Bundesgerichts einfach aufheben. Eigentlich ist eine Begnadigung vor allem ein Akt der Barmherzigkeit. Doch oft genug in der Menschheitsgeschichte wurde sie – wie im Fall Trumps – zur Demonstration uneingeschränkter Macht missbraucht. Die ganze Welt soll sehen, dass der Ranghöchste das letzte Wort hat.

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