Geistlicher Impuls für die Woche 28/2018

Ernst Barlachs „Fries der Lauschenden“ – Teil 5: „Der Gläubige“

In den Kinos läuft gerade der Film „Sternenjäger“. Was sich wie ein Science-Fiction-Streifen anhört, ist in Wirklichkeit eine Hommage auf den wunderschönen, durch Sterne erhellten Nachthimmel. Der Film zeigt, wie fünf renommierte Astrofotografen auf der Jagd nach atemberaubenden Aufnahmen sind – in den entlegensten Winkeln der Erde; frei von Einflüssen der Zivilisation, der den Blick auf die Sterne trüben könnte. Wir alle kennen die Faszination, in die Tiefe des nächtlichen Universums mit seinen unzähligen funkelnden Lichtern zu schauen. Sie ist mit der Ahnung verbunden: Es gibt Größeres als unsere kleine Welt des Alltags. Der Blick in den Sternenhimmel weckt unwillkürlich in uns die Ahnung, dass es einen Ausweg aus dieser glanzlosen Oberflächlichkeit geben muss – einen Weg, der alles Bisherige übersteigt und neues Licht in unser Leben bringt. Dieser geheime Wunsch des Menschen, über sich hinauszugehen, beschäftigt auch Ernst Barlach. Und so ist es kein Wunder, dass dieses zentrale Lebensthema auch im „Fries der Lauschenden“ einen Platz gefunden hat. Gemeint ist die Skulptur „Der Gläubige“.   » Alles lesen


 

Geistlicher Impuls für die Woche 27/2018

Ernst Barlachs „Fries der Lauschenden“ – Teil 4: „Die Erwartende“

Immer wenn die großen Ferien beginnen, wiederholt sich für viele Kinder ein gleichermaßen schönes wie lang ersehntes Ritual: Sie fahren für ein, zwei Wochen zu den Großeltern. Meistens sind schon die Tage zuvor auf beiden Seiten von unbändiger Vorfreude geprägt und auch von einer gewissen Unruhe. Denn es gilt, bis dahin alles gut vorzubereiten. Schließlich soll der Aufenthalt zu etwas Besonderem werden und möglichst frei sein von allen Pflichten, die sich auch schon im Vorfeld erledigen lassen. Das schöne Gefühl, von den geliebten Großeltern freudig erwartet zu werden, hat sich in viele Kinderseelen tief eingeprägt. Letztlich sehnen wir uns ein Leben lang danach, dass sich solche Momente wiederholen – auch bei anderen geliebten Menschen, ja selbst in unserer Beziehung zu Gott.   » Alles lesen


 

Geistlicher Impuls für die Woche 26/2018

Ernst Barlachs „Fries der Lauschenden“ – Teil 3: „Die Träumende“

„Wenn ich einmal reich wär …“ – keiner singt den Traum vom großen Geld so sympathisch wie der Milchmann Tevje in dem berühmten Musical „Anatevka“. Sympathisch ist uns der arme Jude, weil er offen ausspricht, was sich oft nur heimlich in unserem Herzen regt: der Wunsch, dem eigenen Lebensglück ein Stück näher zu kommen. Tevje sehnt sich vor allem nach einem schönen Haus, das ihm sicher mehr Beachtung und Anerkennung einbringen würde. Auch Ernst Barlach ist der Traum von mehr finanziellem Spielraum nicht fremd. Oft muss er Jahre warten, bis sich ein Auftraggeber findet, damit er seine künstlerischen Ideen auch umsetzen kann – wie beim „Fries der Lauschenden“. Ist das auch der Grund, warum seine Figurenserie mit der „Träumerin“ beginnt?   » Alles lesen


 

Geistlicher Impuls für die Woche 25/2018

Ernst Barlachs „Fries der Lauschenden“ – Teil 2: „Der Wanderer“

Abschalten, der Seele Gutes tun, unvergessliche Momente einfangen – so oder so ähnlich dürften die Untertitel vieler selbst erwählter Urlaubsziele lauten. Und nicht selten staunen wir, dass sich diese Wünsche vor allem dann erfüllen, wenn wir einfach nur da sind: im Liegestuhl, das blaue Meer vor Augen; auf einem Berggipfel mit atemberaubendem Weitblick; ja selbst im Garten, umgeben von Vogelgezwitscher und Blütenzauber. Dieses „Nichts-als-Dasein“ ist auch für Ernst Barlach ein Faszinosum, bei dem ihm mitunter „etwas Unbegreifliches, Größeres“ aufgeht. Zeitlebens spürt er solchen Zuständen bei sich und seinen Mitmenschen nach. Und er hat die Gabe, sie auf geniale Weise mit seinen Künstlerhänden festzuhalten. Der „Fries der Lauschenden“ gehört zu diesen beeindruckenden Zeugnissen seines Schaffens. Wie angekündigt wollen wir uns nun jeder Figur, jedem Lauschendem einzeln zuwenden.   » Alles lesen


 

Geistlicher Impuls für die Woche 24/2018

Ernst Barlachs „Fries der Lauschenden“ – Teil 1: Hinführung

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Was macht ein gutes Denkmal aus? Diese Frage stellen sich Auftraggeber, Künstler und Juroren beispielsweise immer dann, wenn es gilt, eine neue Skulptur für eine berühmte Person zu erschaffen – so wie 1926, als der Magistrat der Stadt Berlin kurz vor Beethovens 100. Todestag einen Wettbewerb für ein neues Ehrenmal ausruft. Einer der acht angefragten Bildhauer ist Ernst Barlach. Der 1870 in Hamburg-Wedel geborene Bildhauer antwortet auf die eingangs gestellte Frage mit einem ungewöhnlichen Entwurf … und scheitert. Und doch entsteht aus der geschmähten Idee wenige Jahre später etwas Großes: neun anmutige Holzgestalten, die unter dem Namen „Fries der Lauschenden“ in die Kunstgeschichte eingehen. Diese Figuren werden uns in der kommenden Betrachtungsreihe beschäftigen – als Botschafter für die Wirkkraft der Musik, aber noch mehr als Sinnbilder für eine wichtige Dimension des geistlichen Lebens.
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