Geistlicher Impuls für Woche 29/2017

Bonaventura und das Üben der Betrachtung

Der Mensch benötigt lediglich 150 Millisekunden, um einen Gegenstand visuell wahrzunehmen. Diese erstaunliche Fähigkeit des Gehirns hat die Natur so eingerichtet, um z. B. bei Lebensgefahr blitzschnell reagieren zu können. Doch was eigentlich für Ausnahmesituationen angelegt ist, wird heutzutage zum Dauerzustand. Die Technisierung unserer Umwelt bringt es mit sich, immer mehr in immer weniger Zeit erfassen zu wollen. Wir brauchen nur an die Werbung im Fernsehen zu denken, die uns mit einer rasanten Bildabfolge zu beeinflussen versucht. Doch die Vielzahl der Eindrücke bewirkt letztlich, dass wir die Welt nur noch oberflächlich wahrnehmen. Es fällt uns schwer, die Augen auf etwas ruhen zu lassen. Dabei ist das ruhige Betrachten ein wichtiger Zugang für das Erkennen – Grund genug, uns einmal etwas eingehender mit dem Üben der Betrachtung zu befassen.   Alles lesen