Geistliche Impulse

Wöchentliche Gedanken, Anregungen oder Übungen für die Praxis christlicher Spiritualität


 

 

Ernst Barlachs „Fries der Lauschenden“ – Teil 10: „Die Pilgerin“

 

Nahzu jeden Tag wiederholt sich das gleiche Szenario: Pilger erreichen Santiago de Compostella und … fallen in ein tiefes Loch. Denn dem Glücksgefühl, endlich das Ziel des Jakobsweges erreicht zu haben, folgt recht schnell die beängstigende Vorstellung, nun wieder in den tristen Alltag zurückkehren zu müssen. Verständlich, wird doch das Pilgern meistens als beglückender Ausnahmezustand erfahren. Auch Ernst Barlach geht es ganz offensichtlich um die Freude, als er „Die Pilgerin“ aus einem harten Stück Eichenholz herausschält. Darauf verweisen die entspannte Haltung der Frau, dazu der in schöne Falten fallende Umhang und das zarte Lächeln auf den Lippen. Doch welche Freude meint der aus Hamburg stammende Bildhauer?

„Fries der Lauschenden“ – neun Holzskulpturen von Ernst Barlach, ausgestellt im Ernst Barlach Haus Hamburg; rot umrahmt: „Die Pilgerin“

 

Das Spüren eines wundersamen Waltens

Auf alle Fälle ist es eine Freude, die mit einer gewissen Leichtigkeit verbunden ist. Die Strapazen des Weges, das Gewicht des Rucksacks, die Schwermut, wieder zurück zu müssen, sieht man der Pilgerin nicht an. Wir vermuten richtig, dass Barlach gar nicht das Pilgern im klassischen Sinn vor Augen hat, als er die Figur erschafft. Vielmehr geht es ihm um einen weiteren Aspekt des Lauschens, des In-sich-Hineinhörens, des Suchens nach dem unzerstörbaren Lebensglück. Darauf deutet eine interessante Bemerkung Barlachs, die wir in einem Brief an Verleger Reinhard Piper nachlesen können. Im Alter von 54 Jahren schreibt er: „Ich fühle immer deutlicher: Es geht irgendwohin, mit einem leisen Drängen, aber mit dieser Unmerkbarkeit, die die unscheinbarste, aber unerbittlichste der Gewalten ist. Ein Werden ist es, Loswerden so vieler Wichtigkeiten, die auf einmal klein sind, dagegen ein Wundernehmen so vieler ‚Selbstverständlichkeiten‘, ein Werden von Zeitlosigkeit und ein Walten mit dem Ich, ohne dass man sagen könnte, ob es steigt oder sinkt.“

„Die Pilgerin“ – Holzskulptur aus dem „Fries der Lauschenden“, Ernst Barlach, 1935, Ernst Barlach Haus Hamburg

Barlach begreift das Leben als einen beständigen Prozess des Loslassens. Das Beglückende ist für ihn vor allem „die Selbstverständlichkeit, mit der es geschieht, dass abfällt, was ausgewertet und nun nicht mehr verpflichtend ist“. Das, was wir an uns als wesensfremd erkannt haben, dürfen wir – so Barlach – getrost fahren lassen. Barlach käme es nicht in den Sinn, das Pilgern als eine besondere Zeit zu werten, die sich scharf vom Alltag abgrenzt. Für ihn ist das gesamte Leben ein Unterwegssein. Mehr noch: Das irdische Dasein ist selbst Teil des Ganzen. Das kommt in einem Brief zum Ausdruck, als er 1925 die Todesnachricht von seinem Bruder Nikolaus Barlach an dessen Tochter Gretchen Paleit überbringen muss. Er tröstet mit den tiefsinnigen Worten: „Schließlich wird der Begriff der Zeit ganz fragwürdig, und man erkennt im Leben nur die Durchbruchsphase aus einem in den anderen Zustand. In diesem Hinblick lösen sich die Disharmonien auf und werden zu Notwendigkeiten und Bestandteilen der einen großen Harmonie des Daseins. Das Menschenleben wird ein Stück, ein Ausschnitt, und so bekommt selbst das Unbefriedigende den Wert und die Würde des Ganzen, an dessen Güte es teilhat.“

Eine solche Sichtweise schenkt Geborgenheit, wie sie auch in den Zeilen an seinen Freund Alfred Heuer zum Ausdruck kommt: „Immer mehr erhöhte Umschau ist mein Begehr, deren Ertrag mich bereichert mit dem Gefühl, einem Ganzen von unerhörter, unfassbarer Weite und Tiefe eingefügt zu sein.“

Mit dem „Fries der Lauschenden“ stellt uns Barlach einen Zugangsweg zu dieser „erhöhten Umschau“ her. Anders als beim Wandern wird sie nicht durch einen Aufstieg erzielt, sondern nach der Ansicht Barlachs eher durch einen Abstieg. Denn er bekennt, dass er sein wahres Wesen „in einer dunklen, unbewussten Tiefe“ sucht. Und über seine Kunstwerke schreibt er: „So sind auch meine Gestalten nichts anderes als zum Sprechen und Handeln geborene Stücke dieses unbekannten Dunkels, wie ich auch nichts dagegen zu sagen habe, wenn man meint, dass meine plastischen Gestalten nichts sind als Mittelstücke zwischen einem Woher? Und einem Wohin?“

Und doch ist dieser Abstieg, diese Suche nach sich selbst etwas äußerst Frohmachendes. Immer wieder fällt in diesem Zusammenhang bei Barlach der Begriff „Harmonie“. In einem Brief an seinen Bruder Karl äußert er: „Der ernsteste Mensch wird wohl zuweilen fühlen, dass alles Spiel ist, nämlich in dem erhabenen Sinne des Aufgehens aller Dinge in der allgemeinen Harmonie: Freude, die der Grund, Freude, die der Zweck alles Seins ist“. Schöner könnte er auch unsere Ausgangsfrage nicht beantworten. Was „Die Pilgerin“ ausstrahlt, ist vor allem diese lebensfördernde Freude.

Mit den neun hölzernen Gestalten zeigt uns der Bildhauer auf, wie wir diese Freude finden können: durch das Lauschen! Indem wir die ausdrucksstarken Plastiken Barlachs auf uns wirken lassen, nehmen sie uns mit hinein in das Hören auf das Unhörbare, in den stillen Zusammenklang der ganzen Welt. Im Letzten geht es Barlach, wie er selbst sagt, einzig darum, mit seinen Figuren „ein winziges Stück Ewigsein [zu] beweisen“. Und wir sind eingeladen, diese Beweisspuren in den hölzernen Gestalten und in jedem anderen Geschöpf zu entdecken!

 

12. August 2018
Text und Fotos: Jeannette Gosteli
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Weitere geistliche Impulse

 

Eine besondere Zeit: die zwölf heiligen Nächte (1/2018)

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Wir befinden uns gerade inmitten einer besonderen Zeit, die ganz unterschiedliche Namen trägt. Hierzulande spricht man meist von den zwölf heiligen Nächten. Andernorts bezeichnet man die Zeit um den Jahreswechsel auch Rauhnächte, Untertage, Rauchnächte oder Glöckelnächte. Sie ist geprägt von vielen Ritualen, die auf uraltes germanisches und altslawisches Brauchtum zurückgehen. Auch wenn hierbei viel vom weitverbreiteten Aberglauben durchsetzt ist, zeigen diese heidnischen Bräuche in ihrem Kern, dass die Menschen in diesen Tagen viel sensibler sind für die geistliche Dimension des Lebens. Wir wollen diesem Phänomen auf den Grund gehen und dabei Anregungen für unseren geistlichen Weg suchen. Dabei gilt es, wachsam zu sein und gut zwischen Aberglauben und nützlichen spirituellen Zugängen zu unterscheiden.

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Das Hildegard-Labyrinth – Teil 1: Eintreten in das eigene Innere (2/2018)

Oft empfinden wir die ersten Tage des neuen Jahres als etwas Besonderes – vielleicht spüren wir sogar jenen „Zauber des Anfangs“, von dem Herrmann Hesse in einem Gedicht schreibt. Zumindest dann, wenn wir diese Zeit aufhellen mit unserer stillen Hoffnung, manches möge in der Zukunft besser werden; wenn wir dafür schon erste Ideen haben und ernste Vorsätze fassen. Doch für solch einen Neuanfang genügt es meist nicht, nur ein wenig an den altbekannten Stellschrauben zu drehen. Manchmal müssen die gewohnten Pfade verlassen und ganz neue Wege gesucht werden. Für solch eine Umorientierung steht ein schönes Zeichen: das Labyrinth. Wir wollen uns heute einmal gedanklich in ein solch symbolträchtiges Wegesystem begeben und uns inspirieren lassen, wie unser Leben im neuen Jahr eine andere, eine bessere Richtung erhalten könnte.   Alles lesen


Das Hildegard-Labyrinth – Teil 2: Der erste schroffe Richtungswechsel (3/2018)

Nachdem wir in der letzten Woche lange am Ausgangspunkt des Hildegard-Labyrinths verweilen konnten, gilt es heute, die ersten Schritte – hinein ins Innere – zu wagen. Wir nehmen uns zunächst nur einen kleinen Abschnitt vor, der vom Eingang bis zur ersten großen Kehre reicht. Denn dort liegt der zweite der insgesamt fünf Keramiksteine, die uns bei dieser zehnteiligen Betrachtung begleiten werden. Diesmal begrüßt uns eine Frauengestalt mit erhobenen Armen. Unübersehbar hält sie uns ein unbeschriebenes Buch hin. Wer mag diese Gestalt sein?

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Das Hildegard-Labyrinth – Teil 3: Begegnung mit einem bedenkenswerten Abdruck (4/2018)

Heute schreiten wir den nächsten Abschnitt im Hildegard-Labyrinth ab. Wir ziehen dazu einen großen Bogen, der noch ziemlich weit von der Mitte entfernt ist. Das Knirschen der kleinen Kieselsteine kann die Assoziation wecken, wie mühsam der geistliche Weg sein kann. Der tragende Boden unter den Füßen kann aber genauso gut in Erinnerung rufen, dass wir auf unserer Gottsuche getragen sind. Orientierung geben die rechts- und linksseitigen Pflasterreihen, so dass wir bald den nächsten Stein erreichen. Es ist ein einladender Wendepunkt: eine lebensgroße Hand, die nahezu die gesamte Steinfläche ausfüllt – ein starkes Symbol unseres Menschseins, aber auch unserer Beziehung zu Gott. Ein solches Zeichen am Wegesrand wirft viele Fragen auf.   » Alles lesen


Das Hildegard‐Labyrinth – Teil 4: Auf Gottes Stimme hören (5/2018)

Wenn wir heute im Hildegard‐Labyrinth wieder ein Stück weitergehen, kommen wir nach einigen Kehren der ersehnten Mitte schon ganz nah. Doch kurz vor dem Ziel stoppen wir noch einmal und betrachten den nächsten Keramikstein: einen Posaunen‐Engel, der wie ein Wächter vor dem Eingang der Mitte platziert ist. Er gehört nicht zu der Art jener niedlichen Schutzengelchen, die wenige Meter weiter im Klosterladen angeboten werden. Der Engel auf dem Keramikstein wirkt viel ernster und regt zur Frage an, was er uns Wichtiges mitzuteilen hat. Um das herauszufinden, durchforsten wir wieder die bildlichen Darstellungen, die zu Hildegards Visionen entstanden sind.   » Alles lesen


Das Hildegard-Labyrinth – Teil 5: Ankommen im Eigentlichen (6/2018)

Mit dem heutigen Impuls gelangen wir zur Mitte des Hildegard-Labyrinths. Dabei haben wir – anders als bei den vier vorangegangenen Abschnitten – keine großen Distanzen mehr zu überwinden. Denn diesmal bewegen wir uns bereits im innersten und damit kleinsten Kreis des geistlichen Übungsweges. Am Ende wartet ein besonders großer und schöner Keramikstein auf uns. Sein detailreiches Bildprogramm gehört zu den bekanntesten Motiven, die mit den Visionen Hildegards von Bingen im Zusammenhang stehen. Um die Einzelheiten erkennen zu können, muss sich der Betrachter vor Ort herabbeugen. Auch wir brauchen eine gewisse Annäherung, wenn wir Hildegards visuelle Offenbarungen verstehen wollen.
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Das Hildegard-Labyrinth – Teil 6: …und wieder zurück (7/2018)

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Manch einer mag verwundert sein, dass unsere Betrachtungen über das Hildegard-Labyrinth fortgeführt werden, obwohl wir letztens schon das eigentliche Ziel, die Mitte, erreicht haben. Und tatsächlich belassen es die meisten Besucher beim Gang durchs Labyrinth beim Hinweg. Die Rückkehr erfolgt dann auf kürzestem Weg – freilich, ohne auf die vorgegebenen Laufbahnen zu achten. Dieser Abkürzungsdrang ist ein Phänomen, das sich heutzutage auch in anderen Bereichen des geistlichen Übens beobachten lässt. Bestes Beispiel ist der Jakobsweg, auf dem nur die wenigsten auch den Weg zurück als Bestandteil des Pilgerns betrachten. Mit unseren nun folgenden fünf Betrachtungen wollen wir das Zurückgehen einmal ganz bewusst gestalten – auch als Inspiration für den Umgang nach Zeiten, in denen uns besonders schöne innere Erfahrungen geschenkt wurden – Zeiten, die sich oft nur schwer in den Alltag hinüberretten lassen.  » Alles lesen


Das Hildegard-Labyrinth – Teil 7: Gott mit den Engeln und der Musik loben (8/2018)

Wenn wir uns von der Mitte des Labyrinths wieder zurückbegeben, kommen wir schon nach zwei, drei Schritten zu dem tönernen und tönenden Engel, der uns schon hinwärts begegnete – damals als wichtiger Helfer auf dem Weg des Erkennens; als Gottes Stimme, die das Gute vom Bösen scheidet. Jetzt aber soll uns ein anderer Aspekt interessieren, der immer wieder in Hildegards Texten auftaucht. Denn der Posaunenengel ist für Hildegard auch der Inbegriff für den himmlischen Klang, der sich nach tiefen geistlichen Erfahrungen einstellt – für Freudentöne, die wir nicht erzwingen, aber in die wir frohen Herzens einstimmen können. Wie sehr uns Engel und ihre Musik auf dem Weg zurück in den Alltag helfen können, darum soll es in der jetzigen Betrachtung gehen.   » Alles lesen


Das Hildegard-Labyrinth – Teil 8: Die Liebe im Alltag (9/2018)

Wieder gilt es, ein weiteres Stück zurückzulegen, um aus dem Hildegard-Labyrinth herauszufinden. Beim letzten Halt am Keramikstein mit dem Posaunenengel sind wir mit den himmlischen Melodien in Berührung gekommen – mit dem Wohlklang, der wohl am schönsten die Freude an dem neu gewonnenen Zugang zu Gott wiederzugeben vermag. Mit dieser Musik im Herzen begegnen wir erneut der „Gestalt der Liebe“, die Hildegard oft und ausführlich in ihren Werken beschreibt und die ganz zu Recht auf einem Keramikstein einen Platz im Labyrinth gefunden hat. Nun, auf dem Weg zurück in den Alltag, wird uns Hildegard einen weiteren Impuls zur Liebe schenken.

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Das Hildegard-Labyrinth – Teil 9: Das Leben in die Hand nehmen (10/2018)

Wer der Versuchung widerstehen konnte, den Weg aus dem Hildegard-Labyrinth abzukürzen, steht nun wieder am Keramikstein mit dem Handabdruck. Auf dem Hinweg hatten wir uns an dieser Stelle mit den schönen Gedanken beschäftigt, dass die Handflächen unsere Einzigartigkeit widerspiegeln, aber auch dass wir in Gottes Händen geborgen sind. Nun wollen wir erneut innehalten, denn das Symbol der Hand lässt noch weitere Assoziationen zu. Wir könnten uns zum Beispiel fragen, wie es gelingen kann, das eigene Leben in die Hände zu nehmen. Welchen Gestaltungsspielraum haben wir überhaupt auf dem geistlichen Weg; ist nicht alles schon vorgegeben?

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Das Hildegard-Labyrinth – Teil 10: Hinaustreten in die Welt (11/2018)

Nachdem wir – ausgehend vom letzten Halt – noch einmal das Hildegard-Labyrinth nahezu umrundet haben, erreichen wir den Ausgang, d. h. dieselbe Öffnung, die uns auch in das Kreissystem hineingeführt hat. Waren wir beim Eintritt noch aufmerksam auf das erste Wegzeichen, den Keramikstein mit der Taube, so kann er jetzt beim Herausgehen leicht übersehen werden. Doch wir wollen ein letztes Mal stehenbleiben und ganz genau hinsehen – zunächst auf das kleine Kunstwerk am Boden, später aber auch auf den Weg, der hinter uns liegt, und schließlich auf den Raum, der sich nun außerhalb des Labyrinths vor uns ausbreitet.

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„Werden – Sein – Vergehen“ –
das dreiteilige Gemälde von Giovanni Segantini als Osterweg/Teil 1 (12/2018)      
 

Wenn – so wie in diesem Jahr – nach den ersten wärmeren Tagen noch einmal ein Wintereinbruch kommt, möchten wir Schnee und Kälte am liebsten gleich wieder vertreiben. Denn wir haben uns schon auf den Frühling eingestellt, dessen Zauber sich wohl kaum einer entziehen kann. Auch in unserem geistlichen Impuls wollen wir der Sehnsucht nach der neuen Jahreszeit Raum geben, in dem wir uns mit einem Frühlingsbild befassen. Es bildet zugleich den Anfang eines dreiteiligen Gemäldes, das wir für unser Zugehen auf Ostern nutzen wollen.

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„Werden – Sein – Vergehen“ –
das dreiteilige Gemälde von Giovanni Segantini als Osterweg/Teil 2 (13/2018)      

Nachdem wir uns ausgiebig mit dem „Werden“ in Segantinis Alpentriptychon befasst haben, wollen wir uns nun das zweite Gemälde vornehmen. Ganz in der Ordnung der Jahreszeiten lässt der Künstler dem Frühlingsbild ein Sommermotiv folgen. Wieder wird das ländliche Leben im Hochgebirge gezeigt; wieder sind Menschen mit ihrem Vieh auf dem Weg nach Hause – diesmal aber an einem anderen Ort: hoch oben auf dem Schafberg bei Pontresina, von wo aus man einen grandiosen Panoramablick Richtung Julierpass hat. Der Landschaftsidylle sind erneut einige beachtenswerte Symboliken eingefügt, die wir in unserem Zugehen auf Ostern bedenken wollen.

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„Werden – Sein – Vergehen“ –
das dreiteilige Gemälde von Giovanni Segantini als Osterweg/Teil 3 (14/2018)      

Giovanni Segantini bildet in seinem Alpentriptychon den Jahreskreis ab; daher folgt nach Frühling und Sommer ein klassisches Wintermotiv. So selbstverständlich diese Abfolge ist, so irritierend ist doch die Wahl dieser eisigen Stimmung für eine Osterbetrachtung, für die sich eher eine Abbildung von der erwachenden Natur anschicken würde. Doch der Schweizer Landschaftsmaler überrascht erneut mit symbolischen Zeichen, die diesmal vor allem im Kontext mit den beiden vorherigen Bildern zu erschließen sind. So viel sei jetzt schon verraten: Wenn wir sie aufspürt haben, werden wir uneingeschränkt zustimmen können, dass hier mitten im Winter Ostern eingezeichnet ist.

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Der Zweifel und sein Gesicht in einer Holzplastik bei Ernst Barlach (15/2018)

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Der Zweifel hat tausend Gesichter. Das wird besonders deutlich, wenn wir im Woxikon nach einem Synonym für diesen Begriff suchen. Denn dann werden uns 22 verschiedene Bedeutungshorizonte zur Auswahl gestellt; sie reichen vom noch harmlosen Bedenken über die Hoffnungslosigkeit bis hin zum Misstrauen und zur Bedrohung. Daher muss es uns nicht verwundern, wenn auch der Glaubenszweifel ganz unterschiedlich wahrgenommen und bewertet wird. Manche sehen im Hadern mit den Glaubensaussagen eine Chance, Festgefahrenes wieder in Bewegung zu bringen. Andere halten solche widerstreitenden Stimmen eher als eine gefährliche Anfechtung, der es entschieden die Stirn zu bieten gilt. Eine ganz eigene Sichtweise auf den Glaubenszweifel schenkt uns Ernst Barlach, der berühmte Bildhauer aus Hamburg-Wedel. Seine in Holz geschnitzten Interpretation zum biblischen Text der Begegnung Jesu mit Thomas (vgl. Joh 20, 24-29) kann uns helfen, einen anderen Blick auf die eigenen Zweifel und ihre Folgen zu erhalten.   » Alles lesen


„Herrgottszeichen“ und ihr Auftrag

„Hotspot“ – so nennt man eine Stelle, an der ein kostenloser Internetzugang möglich ist. Der Begriff stammt aus dem Englischen und lässt sich mit „heißer Punkt“ übersetzen. Um solche „Hotspots“ – allerdings im spirituellen Sinn – soll es in dieser Betrachtung gehen. Denn es gibt auch im religiösen Bereich Orte, denen man besondere „Empfangsqualitäten“ zuschreibt – Orte, wo der Mensch besonders sensibel ist für die geistliche Dimension des Lebens. Wir denken hierbei sicher zuerst an die heiligen Stätten des Christentums, an kleinere Wallfahrtsorte und nicht zuletzt an unsere Kirchen. Aber es gibt auch zahlreiche kleine „Hotspots“, die frühere Generationen noch zu schätzen wussten. Gemeint sind die vielen Wegkreuze, Bildstöcke und Kapellchen, denen wir in der heutigen Betrachtung unsere Aufmerksamkeit schenken wollen. Aus gutem Grund.   » Alles lesen


Gebet – Teil 1: Wozu all die Anstrengung?

Wer etwas Außergewöhnliches erleben will, muss oft Strapazen auf sich nehmen. Das kennen wir allzu gut von unseren Urlaubsreisen, z. B. wenn wir auf hohe Berge steigen oder uns in der Stadt hunderte Treppen auf eine Aussichtskuppel hinaufquälen. Im geistlichen Leben ist das nicht viel anders: Auch wenn letztlich der ersehnte Ausblick ein großes Geschenk ist, so bleiben uns gewisse Anstrengungen nicht erspart. Diesen Aspekt wollen wir einmal etwas ausführlicher beim Gebet beleuchten. Wir unternehmen dazu einen Ausflug nach Florenz und sehen uns interessante religiöse Fresken an. Zugleich gehen wir zurück ins Mittelalter – in die Blütezeit der Mönchstheologie –, um auch textliche Inspirationen zu dem Thema zu suchen. Im ersten Teil unserer Betrachtungsreihe soll es um die Frage gehen, ob sich die Anstrengung des Betens überhaupt lohnt – eine oft verborgen gehaltene, aber durchaus berechtigte Frage.    » Alles lesen


Gebet – Teil 2: Von Null auf Hundert, auch beim Beten?

Heutzutage muss vor allem alles schnell gehen, deswegen drücken wir oft aufs Tempo. Der Wunsch, zügig voranzukommen, könnte vielleicht auch nach dem ersten Teil unserer Betrachtungsreihe über das Gebet aufgekommen sein. Denn wer möchte nicht recht bald die Freude verspüren, die uns als Ziel des Betens verheißen wurde. Doch wir müssen zugeben: Die Erfahrung ist meistens eine andere: Gebet wird eher als Last empfunden – als eine Pflicht, der wir vielleicht noch nachkommen, aber ohne die erwähnte Beglückung zu empfinden. Deswegen wollen wir an dem Thema dranbleiben und der Frage nachgehen, wie wir uns tatsächlich beim Beten dieser zugesagten Freude annähern können. Wieder werden wir dazu die Fresken von Fra Angelico betrachten und wieder wird uns Bernhard von Clairvaux mit seinen geistlichen Texten begleiten.    » Alles lesen


Gebet – Teil 3: Gebet als Begegnung mit Folgen

Wenn heutzutage Astronomen neue Galaxien finden, dann können sie diese selbst mit Hochleistungsteleskopen meistens gar nicht sehen, sondern lediglich an ihrer Wirkung erkennen, konkret an ihrer Anziehungskraft auf andere Himmelskörper. Ganz ähnlich ist es im Gebetsleben. Deswegen wollen wir uns im dritten und vorläufig letzten Teil unserer Betrachtung über das Gebet vor allem mit dessen Wirkungen befassen. Wir begeben uns dazu erneut in das einstige Dominikanerkloster San Marco in Florenz und suchen dazu passende geistliche Texte, die Bernhard von Clair-vaux, der große spirituelle Meister, seinen Mönchen und auch uns ans Herz legt.

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Der hl. Johannes Nepomuk – ein Heiliger mit fünf bemerkenswerten Wesenszügen

Wenn ein Mensch gestorben ist, der uns sehr nahestand, stellen wir meistens ein Foto von ihm auf. Ein solches Bild wird in aller Regel jene Wesenszüge zeigen, die wir an dem geliebten Menschen besonders geschätzt haben. Ganz ähnlich ist das auch bei der Darstellung von Heiligen – allen voran beim hl. Johannes von Nepomuk, oft nur kurz „Nepomuk“ genannt. Weil sich der böhmische Landespatron in der Bevölkerung einer ungebrochenen Beliebtheit erfreut, existieren unzählige Andachtsbilder, Gemälde und Skulpturen von ihm. Anlässlich seines Gedenktages am 16. Mai wollen wir fünf Darstellungen ein wenig näher betrachten und dabei vor allem auf solche Gesten achten, die uns zum Nachdenken über das eigene geistliche Leben anregen können.   » Alles lesen


Königin Ester – Teil 1: Der unsichtbare Gegenspieler

In diesem Jahr liegen zwei für das geistliche Leben bedeutsame Daten nahe beieinander: das Pfingstfest und vier Tage später der Gedenktag Esters, von der uns das gleichnamige Buch aus dem Alten Testament erzählt. Wir wollen diese zeitliche Nähe nutzen, um eine interessante Gemeinsamkeit der beiden biblisch bezeugten Ereignisse aufzuspüren. Diese Erkundung, die wir in drei Etappen aufteilen wollen, wird uns zugleich die Augen öffnen, welch schöner Edelstein das Buch Ester in der Heiligen Schrift ist und welche Ideenfülle es für geistliche Betrachtungen bereithält.

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Königin Ester – Teil 2: Gottes Wirken bei menschlicher Ohnmacht

Bei der letzten Betrachtung entdeckten wir gemeinsam, dass das Buch Ester nicht nur eine spannende Geschichte von der Errettung des jüdischen Volkes erzählt, die einer gleichermaßen klugen wie mutigen Frau zu verdanken ist. Wir erkannten auch, dass es vor allem Gott, der unsichtbare Gegenspieler des persischen Herrschers Ahasveros, ist, der die Geschichte des jüdischen Volkes und seiner zwei Protagonisten lenkt und somit zu einem guten Ende führt. Doch mit dieser Erkenntnis drängt sich die Frage auf, was nun wirklich zählt: menschliches Handeln oder Gottes Wirken. Und wenn Letzteres gilt, was wir Gläubigen natürlich annehmen dürfen, so bleibt zu hinterfragen, wie das gelingen kann. Wie kann der unsichtbare Gott in das vorgezeichnete Schicksal eines Volkes eingreifen?   » Alles lesen


Königin Ester – Teil 3: Denkanstöße für das geistliche Leben

„Alles erfunden!“ – Das glauben nahezu alle Bibelkommentatoren, wenn sie über das Buch Ester nachdenken. Und tatsächlich lassen sich in den Texten etliche Ungereimtheiten finden, die an der Historizität der biblischen Erzählung zweifeln lassen. Ebenso gibt zu denken, dass sich in geschichtlichen Quellen nichts über die dramatischen Begebenheiten um Ester und Mordechai finden lässt. Und so interpretiert man die Ester-Geschichte gern als generelle Erfahrung des jüdischen Volkes, in latenter Gefahr zu leben, aber auch immer wieder durch Gottes unverbrüchliche Treue gerettet zu werden. In unserer dritten und letzten Betrachtung zum Buch Ester wollen wir noch einen Schritt weitergehen und die einst für Juden gedachte Botschaft auf uns und unseren geistlichen Weg beziehen. Wir werden erstaunt sein, wie viele Denkanstöße darin verborgen sind.   » Alles lesen


Ernst Barlachs „Fries der Lauschenden“ – Teil 1: Hinführung

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Was macht ein gutes Denkmal aus? Diese Frage stellen sich Auftraggeber, Künstler und Juroren beispielsweise immer dann, wenn es gilt, eine neue Skulptur für eine berühmte Person zu erschaffen – so wie 1926, als der Magistrat der Stadt Berlin kurz vor Beethovens 100. Todestag einen Wettbewerb für ein neues Ehrenmal ausruft. Einer der acht angefragten Bildhauer ist Ernst Barlach. Der 1870 in Hamburg-Wedel geborene Bildhauer antwortet auf die eingangs gestellte Frage mit einem ungewöhnlichen Entwurf … und scheitert. Und doch entsteht aus der geschmähten Idee wenige Jahre später etwas Großes: neun anmutige Holzgestalten, die unter dem Namen „Fries der Lauschenden“ in die Kunstgeschichte eingehen. Diese Figuren werden uns in der kommenden Betrachtungsreihe beschäftigen – als Botschafter für die Wirkkraft der Musik, aber noch mehr als Sinnbilder für eine wichtige Dimension des geistlichen Lebens.
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Ernst Barlachs „Fries der Lauschenden“ – Teil 2: „Der Wanderer“

Abschalten, der Seele Gutes tun, unvergessliche Momente einfangen – so oder so ähnlich dürften die Untertitel vieler selbst erwählter Urlaubsziele lauten. Und nicht selten staunen wir, dass sich diese Wünsche vor allem dann erfüllen, wenn wir einfach nur da sind: im Liegestuhl, das blaue Meer vor Augen; auf einem Berggipfel mit atemberaubendem Weitblick; ja selbst im Garten, umgeben von Vogelgezwitscher und Blütenzauber. Dieses „Nichts-als-Dasein“ ist auch für Ernst Barlach ein Faszinosum, bei dem ihm mitunter „etwas Unbegreifliches, Größeres“ aufgeht. Zeitlebens spürt er solchen Zuständen bei sich und seinen Mitmenschen nach. Und er hat die Gabe, sie auf geniale Weise mit seinen Künstlerhänden festzuhalten. Der „Fries der Lauschenden“ gehört zu diesen beeindruckenden Zeugnissen seines Schaffens. Wie angekündigt wollen wir uns nun jeder Figur, jedem Lauschendem einzeln zuwenden.   » Alles lesen


Ernst Barlachs „Fries der Lauschenden“ – Teil 3: „Die Träumende“

„Wenn ich einmal reich wär …“ – keiner singt den Traum vom großen Geld so sympathisch wie der Milchmann Tevje in dem berühmten Musical „Anatevka“. Sympathisch ist uns der arme Jude, weil er offen ausspricht, was sich oft nur heimlich in unserem Herzen regt: der Wunsch, dem eigenen Lebensglück ein Stück näher zu kommen. Tevje sehnt sich vor allem nach einem schönen Haus, das ihm sicher mehr Beachtung und Anerkennung einbringen würde. Auch Ernst Barlach ist der Traum von mehr finanziellem Spielraum nicht fremd. Oft muss er Jahre warten, bis sich ein Auftraggeber findet, damit er seine künstlerischen Ideen auch umsetzen kann – wie beim „Fries der Lauschenden“. Ist das auch der Grund, warum seine Figurenserie mit der „Träumerin“ beginnt?   » Alles lesen


Ernst Barlachs „Fries der Lauschenden“ – Teil 4: „Die Erwartende“

Immer wenn die großen Ferien beginnen, wiederholt sich für viele Kinder ein gleichermaßen schönes wie lang ersehntes Ritual: Sie fahren für ein, zwei Wochen zu den Großeltern. Meistens sind schon die Tage zuvor auf beiden Seiten von unbändiger Vorfreude geprägt und auch von einer gewissen Unruhe. Denn es gilt, bis dahin alles gut vorzubereiten. Schließlich soll der Aufenthalt zu etwas Besonderem werden und möglichst frei sein von allen Pflichten, die sich auch schon im Vorfeld erledigen lassen. Das schöne Gefühl, von den geliebten Großeltern freudig erwartet zu werden, hat sich in viele Kinderseelen tief eingeprägt. Letztlich sehnen wir uns ein Leben lang danach, dass sich solche Momente wiederholen – auch bei anderen geliebten Menschen, ja selbst in unserer Beziehung zu Gott.   » Alles lesen


Ernst Barlachs „Fries der Lauschenden“ – Teil 5: „Der Gläubige“

In den Kinos läuft gerade der Film „Sternenjäger“. Was sich wie ein Science-Fiction-Streifen anhört, ist in Wirklichkeit eine Hommage auf den wunderschönen, durch Sterne erhellten Nachthimmel. Der Film zeigt, wie fünf renommierte Astrofotografen auf der Jagd nach atemberaubenden Aufnahmen sind – in den entlegensten Winkeln der Erde; frei von Einflüssen der Zivilisation, der den Blick auf die Sterne trüben könnte. Wir alle kennen die Faszination, in die Tiefe des nächtlichen Universums mit seinen unzähligen funkelnden Lichtern zu schauen. Sie ist mit der Ahnung verbunden: Es gibt Größeres als unsere kleine Welt des Alltags. Der Blick in den Sternenhimmel weckt unwillkürlich in uns die Ahnung, dass es einen Ausweg aus dieser glanzlosen Oberflächlichkeit geben muss – einen Weg, der alles Bisherige übersteigt und neues Licht in unser Leben bringt. Dieser geheime Wunsch des Menschen, über sich hinauszugehen, beschäftigt auch Ernst Barlach. Und so ist es kein Wunder, dass dieses zentrale Lebensthema auch im „Fries der Lauschenden“ einen Platz gefunden hat. Gemeint ist die Skulptur „Der Gläubige“.   » Alles lesen


Ernst Barlachs „Fries der Lauschenden“ – Teil 6: „Der Begnadete“

Vor wenigen Wochen ging die Aussage Trumps durch die Medien, er „habe die absolute Macht, sich selbst zu begnadigen“. Die Journalisten, die redlich dazu recherchierten, mussten kleinlaut zugeben: Laut Verfassung kann er das tatsächlich; der US-Präsident kann Ermittlungen der Justiz, die gegen ihn selbst laufen, stoppen und ggf. einen Schuldspruch des Bundesgerichts einfach aufheben. Eigentlich ist eine Begnadigung vor allem ein Akt der Barmherzigkeit. Doch oft genug in der Menschheitsgeschichte wurde sie – wie im Fall Trumps – zur Demonstration uneingeschränkter Macht missbraucht. Die ganze Welt soll sehen, dass der Ranghöchste das letzte Wort hat.

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Ernst Barlachs „Fries der Lauschenden“ – Teil 7: „Die Tänzerin“

Tanzen ist eines der großen Rätsel der Evolution. Auch wenn sich schon viele Wissenschaftler den Kopf darüber zerbrochen haben, lassen sich nur Vermutungen anstellen, warum der Mensch Musik macht und sich dazu rhythmisch bewegt. Lange Zeit dachte man, Tanzen wäre eine kulturelle Errungenschaft des Menschen – ausgelöst durch das Leben in Gruppen vor rund zwei Millionen Jahren. Doch Tänze gibt es auch im Tierreich. Einige Forscher meinen daher: Die Fähigkeit zu tanzen ist genetisch verankert und dient vordergründig zur Erhaltung des Lebens – ein schönes Sinnbild, wenn man das Tanzen einmal unter die Lupe der geistlichen Betrachtung nimmt.
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Ernst Barlachs „Fries der Lauschenden“ – Teil 8: „Der Empfindsame“

Die Figur, die im „Fries der Lauschenden“ meistens die größte Irritation beim Betrachter auslöst, ist die dritte von rechts. Im Vergleich zur Tänzerin, die sich in der Spiegelposition befindet, wirkt die Holzgestalt wie ein Gegenprogramm: keine zarte Frau, sondern ein stattlicher Mann; keine Leichtfüßigkeit, sondern vielmehr verkörperte Schwere; keine freudige, offene Ausstrahlung, sondern eher eine ernste und verschlossene; kein Tanz, sondern festes Stehen. Es erschließt sich nicht so leicht, wie Ernst Barlach einen solchen Menschentyp mit inspirierender Musik und spiritueller Suche in Verbindung bringen will.

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Ernst Barlachs „Fries der Lauschenden“ – Teil 9: „Der Blinde“

Bettler sind in Großstädten allgegenwärtig – kein Wunder, denn sie können auf die Großzügigkeit der vielen Passanten hoffen. Im Durchschnitt kommt ein Bettler auf 2.500 € pro Monat; das haben offizielle Untersuchungen mehrfach belegt. Und da dieses Geld in der Regel an Jobcentern und Finanzämtern vorbeigeht, liegt das Einkommen von Bettlern 50 Prozent höher als der Durchschnitt jener Menschen, die sich mit redlicher Arbeit ihr Geld verdienen. Inzwischen gibt es sogar nahezu überall mafiöse Strukturen, die mit Bettlern das große Geschäft machen. Deswegen werden allmählich auch die Stimmen lauter, die eine solche „Bettelwirtschaft“ kritisch sehen.

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Ernst Barlachs „Fries der Lauschenden“ – Teil 10: „Die Pilgerin“

Nahzu jeden Tag wiederholt sich das gleiche Szenario: Pilger erreichen Santiago de Compostella und … fallen in ein tiefes Loch. Denn dem Glücksgefühl, endlich das Ziel des Jakobsweges erreicht zu haben, folgt recht schnell die beängstigende Vorstellung, nun wieder in den tristen Alltag zurückkehren zu müssen. Verständlich, wird doch das Pilgern meistens als beglückender Ausnahmezustand erfahren. Auch Ernst Barlach geht es ganz offensichtlich um die Freude, als er „Die Pilgerin“ aus einem harten Stück Eichenholz herausschält. Darauf verweisen die entspannte Haltung der Frau, dazu der in schöne Falten fallende Umhang und das zarte Lächeln auf den Lippen. Doch welche Freude meint der aus Hamburg stammende Bildhauer?   » Alles lesen


 

Geistliche Impulse 2017


Geistliche Impulse 2016

 

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