Pfarrkirche Zittau

Die Kirche „Mariä Heimsuchung“ und ihre Geschichte

10.05.2015 09-34-09Im Zuge der Industrialisierung im 19. Jhdt. kamen immer mehr katholische Arbeiter aus den benachbarten Gebieten Schlesiens und Nordböhmens nach Zittau. So entstand 1845 wieder eine katholische Gemeinde. Ab 1846 wurde monatlich Gottesdienst in Zittau gehalten. Am 28. April 1873 wurde die Pfarrei Zittau gegründet. Bemerkenswert ist, dass das Bautzener Domkapitel eine Domherrenstelle einsparte. Das so frei gewordene Geld wurde zu einem Kirchenneubau in Zittau verwendet. Die Grundsteinlegung erfolgte 1883, die Weihe am 29. September 1890.

Weithin sichtbar ist der 72 m hohe Kirchturm, der höchste Turm der Stadt Zittau. Das Geläut musste mehrmals erneuert werden, nachdem sowohl im Ersten wie auch im Zweiten Weltkrieg die Glocken abgegeben werden mussten. Seit der Glockenweihe 1976 durch Bischof Gerhard Schaffran ist das Geläut wieder komplett. Im Inneren der Kirche fallen besonders die schönen Glasfenster in der Apsis  und über den Seitenemporen auf. Sie erzählen von der Geburt Christi, seiner  Passion und seiner Vollendung in Auferstehung und Himmelfahrt. Mit umfangreichen Sanierungsmaßnahmen wurde und wird die Kirche erhalten. In den Jahren nach 1970 wurde der Innenraum den Erfordernissen der durch das II. Vatikanische Konzil (1962 – 1965) erneuerten Liturgie angepaßt. Unter anderem wurde ein eigener Zelebrationsaltar aufgestellt, was zur Folge hatte, dass einige Bankreihen umgestellt werden mussten. Eine Sanierung von der Kirchturmspitze bis zum Kirchenkeller erfolgte dann zwischen 1999 und 2006. Allerdings vergingen viele Jahre mit kleinen Vorarbeiten, ehe 2004 die Bauarbeiten „so richtig“ begannen. Die Außenhaut der Kirche wurde gereinigt, ohne allerdings zu verleugnen, daß die Kirche nun doch schon viele Jahre alt ist. Das Dach wurde komplett neu gedeckt, die kostbaren Fenster gereinigt und mit einer neuen Schutzverglasung versehen. Im Innenraum wurde vor allem auf indirekte Beleuchtung umgestellt und Decke und Wände frisch gestrichen. Eine Glaswand unter der Empore ermöglicht tagsüber einen Zugang zum Beten und Schauen. Alles in allem wurden fast 2 Millionen Euro verbaut, was ohne die großzügige Hilfe des Bistums Dresden-Meißen und des Bonifatiuswerkes der Deutschen Katholiken nicht möglich gewesen wäre.

21.06.2015 11-28-19Die Firma Jehmlich Orgelbau Dresden stellte schließlich und endlich die zwischenzeitlich erweiterte und fast nicht mehr spielbare Orgel in ihrem Originalzustand wieder her. So konnten wir in diesem Jahr schon zu einigen gelungenen Orgelkonzerten einladen; ein Beginn, der natürlich fortgeführt werden wird. Etwa 360 Personen können in der Kirche einen Sitzplatz finden.

Neben der Kirche steht das Gemeindezentrum „Alte Schule“. Diese Schule wurde 1868 erbaut. Nach ihrer Schließung 1938 diente sie verschiedenen Bestimmungen, wurde auch zu Wohnzwecken genutzt. Seit der grundlegenden Sanierung 1998 kann die Gemeinde mehrere Räume verschiedener Größe für ihre Versammlungen nutzen.

Adresse:
Marienkirche, Lessingstr. 18, 02763 Zittau