Pfarrkirche Löbau

L-Header-Kirche01Die katholische Kirche von Löbau besitzt eine „Doppelgängerin“: Sie steht baugleich in Selzthal in der Steiermark/Österreich. Diese war nach dem Plan eines Benediktinerpatres aus dem Emmauskloster in Prag errichtet worden; das Kloster stellte diesen Plan für den Neubau in Löbau zur Verfügung. Der Grundstein für die katholische Kirche wurde am 18. September 1890 gelegt. Nach nicht einmal zwei Jahren war der Bau vollendet: Am 11. September 1892 wurde die Kirche von Bischof Dr. Ludwig Wahl geweiht. Erst 1906 kam es zur Gründung der Pfarrei „Mariä Namen“ Löbau.

Wer von der August-Bebel-Straße auf die Kirche zu läuft, mag sich wundern: Eine kleine Tür führt in den Kirchturm. Sollte dies der einzige Zugang sein? Geht er allerdings weiter um die Kirche herum, findet er am hinteren Giebel des Gotteshauses ein eindrucksvolles Portal. So hat sich eingebürgert zu sagen: „Die Kirche steht verkehrtherum“. Grund dafür ist, dass geplant war, entlang der Eisenbahn eine breite Hauptverkehrsstraße zu bauen. Zur Ausführung kam dieses Vorhaben jedoch nie, so dass man heutzutage stattdessen auf dem Fußweg „Katholische Anlagen“ spazieren gehen kann – in den Stadtplänen oft fälschlicherweise als „Maschinenhausstraße“ eingetragen.

Die Kirche ist 31 m lang und fast 12 m breit. Der Innenraum ist 13,5 m hoch, der Turm misst 45 m. Das Kirche02dominierende Gestaltungselement im Kirchenraum ist die Farbe. Elemente des Jugendstils harmonieren mit der Vorhangdarstellung, hinzu kommen die Bleiglasfenster und die farbigen Fußbodenfliesen. Wertvoll sind die Fenster im Altarraum, zumal sie in der Königl. Sächs. Hofglasmalerei C. L. Türck in Zittau gefertigt wurden, die auf diesem Gebiet einen hervorragenden Ruf besaß. Im Gurtbogen der Apsis kehren drei Motive aus der „Lauretanischen Litanei“ mehrmals wieder: Die „geheimnisvolle Rose“, das „kostbare Gefäß“ und der „elfenbeinerne Turm“ – jeweils versehen mit der Anrufung „ora pro nobis“ – „bitte für uns!“.

Zunächst wurden für das Gotteshaus in der Königlichen Hofkunstanstalt Mayer aus München drei Altäre, die Kanzel, der Kreuzweg und die Kommunionbank gefertigt. In dieser ursprünglichen Form ist heute nur noch der Hauptaltar zu sehen mit den Darstellungen der Geburt und der Heimsuchung Mariens sowie mit Figuren der heiligen Franziskus und Elisabeth. Die Hauptfiguren der Nebenaltäre, Maria und Josef, stehen heute links und rechts vom Altarraum, und aus der Kanzel mit den vier Evangelisten ist nach der Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils (1962 – 65) der Ambo geworden; nach wie vor also die Stelle, von der aus das Wort Gottes verkündet wird, nur eben mit leicht verändertem Aussehen.

Zwei Holzsäulen tragen die Orgelempore. 1913 errichtete die Firma „Hermann Eule Orgelbau“ aus Bautzen das Instrument. Es besitzt 14 Register und 729 Pfeifen.

Vom Kirchturm rufen vier Glocken die Gläubigen zum Gottesdienst. Drei der Glocken wurden erst 1961 in der Glockengießerei Schilling in Apolda gegossen.

Anschrift:

August-Bebel-Str. 6, 02708 Löbau