Vorgeschichte und Entwicklungen

Auf der Priesterwerkwoche im Oktober 2013 eröffnete Bischof Dr. Heiner Koch für unser Bistum den „Pastoralen Erkundungsprozess“. Grundlage dafür wurde der von ihm verfasste Text „Berufen zur eucharistischen Kirche“ (siehe unter Download als PDF). Der Grundgedanke: Alle Gemeinden und kirchlichen Orte im Bistum sollten sich auf einen geistlichen Weg begeben und darüber nachdenken, wie wir als einzelne vom Herrn Berufene und zur Gemeinschaft in Christus Zusammengefügte unsere Sendung für die Welt konkret leben wollen. Es ging also um eine geistliche Suchbewegung, die in der Feier der Eucharistie wurzelt. Zeitgleich machten sich Bischof und Bistumsleitung auf den Weg, um alle Pfarreien und kirchlichen Orte zu besuchen und um die jeweilige konkrete Situation kennen zu lernen.

Auf der Priesterwerkwoche ein Jahr später, im Oktober 2014, wurden die nächsten Schritte des Prozesses eingeläutet. Jetzt ging es zusätzlich um eine „strukturelle Orientierung“, wie es in „So da sein, wie ER da ist – Uns und alle Menschen mit Christus in Berührung bringen“ heißt (siehe unter Download als PDF). Wer die Texte genau las, konnte erkennen, dass es nun nicht mehr allein um geistliche und pastorale Fragen ging. Der Strukturwandel im Bistum wurde eingeläutet: Das gesamte Bistum wurde mittels bischöflichen Dekret in „Verantwortungsgemeinschaften“ aufgeteilt, die einzelnen Pfarreien entsprechend zugeordnet. Es wurden „Leitende Pfarrer für die VG“ ernannt, Prozessberater und Moderatoren bestimmt, Gesamttreffen und Steuerungsgruppen sind weitere neue Strukturen, die Teil dieses Prozesses sind. Im genannten Dokument wird die Zielsetzung wie folgt beschrieben: „Der Zusammenschluss zu Verantwortungsgemeinschaften ist dabei als Zwischenschritt zu verstehen. Angestrebt wird, dass (…) es perspektivisch in einer Verantwortungsgemeinschaft auch nur eine Pfarrei geben wird.“ (S. 16)

Dass ein Strukturwandel immer auch mit einem Ringen zu tun hat und Konflikte mit sich bringt, gehört zu einem solchen Prozess dazu. Daher ist die Bitte von Bischof Koch verständlich: „Allerdings bitte ich Sie dringend, den Prozess vor diesem Hintergrund nicht in eine Strukturdebatte abgleiten zu lassen.“ (S. 5) Diese Bitte kann nicht so verstanden werden, dass über Strukturen gar nicht gesprochen und debattiert werden darf. Strukturdebatten müssen auch geführt werden, um gute und gangbare Wege zu finden. Ein Abgleiten ist es erst dann, wenn sich nur noch alles darum dreht. Die Aufgabenstellung ist also vielmehr darin zu sehen, Strukturwandel und Pastoralen Erkundungsprozess in einer möglichst umfassenden Ausgewogenheit zu gestalten. Weil beides dazu gehört, muss über beides gesprochen und beides angegangen werden. Die Grundlage dafür hat das Rahmengespräch am 16. Juni 2015 im Bischöflichen Ordinariat gelegt (Detaillierte Dokumentation siehe unter Download als PDF). Bei dieser Gelegenheit wurde beides kommuniziert.