Gemeinde Kunnersdorf – Bernstadt

Katholische Gemeinde in Kunnersdorf – Bernstadt

Geschichte bis zum Ende 19. Jahrhundert

Die heutige evangelische Kirche St. Marien und Hl. Kreuz in Bernstadt war ursprünglich eine katholische. Erst 1619 wurde ging sie gänzlich evangelisch-lutherisch. Damit erlosch weitestgehend auch das katholische Gemeindeleben am Ort. Allerdings verblieb beim Kloster St. Marienstern die Stiftsherrschaft über die Kirche auf dem Eigen.

Im 19. Jh. waren es die Familie des Kunnersdorfer Oberförsters und einige Waldarbeiter aus Böhmen, welche als erstes wieder eine kleine katholische Gemeinde bildeten. Zu ihnen kamen mit dem Erwachen der Textilindustrie weitere katholische Mitglieder, und auch manch polnischer Landarbeiter bereicherte in den Saisonzeiten das Gemeindeleben. Die Seelsorge übernahm der Ostritzer Pfarrer.

20. Jahrhundert – von der Kapelle zur Pfarrkirche

Am 1. Adventsonntag des Jahres 1900 fand nach ca. 250 Jahren in der Kunnersdorfer Försterei zum ersten Mal wieder ein katholischer Gottesdienst statt. Die Gemeinde zählte damals an die 200 Mitglieder.

Ihr sehnlicher Wunsch, eine eigene Kapelle zu haben, ging mit der Weihe eines kleinen Gotteshauses nahe dem Forsthaus am 16. September 1901 in Erfüllung. 1928 erhielt die Gemeinde einen eigenen Seelsorger, dessen Amtsbereich sich über den Eigenschen Kreis hinaus bis nach Herrnhut, Kemnitz und Sohland erstreckte. Erster Seelsorger war Kaplan Aloys Scholze, welcher am 1. September 1942 im KZ Dachau als Märtyrer starb. Nach dem 2. Weltkrieg kam es zu einer starken Zuwanderung katholischer Christen, so dass das Seelsorgeamt 1951 unter Pfarradministrator Rupert Scheuerer zur Pfarrei erhoben wurde. Als 1957 Kunnersdorf nach Bernstadt eingemeindet wurde, erhielt die Pfarrei auch ihren neuen Namen: Pfarrei St. Nikolaus Bernstadt.

Heute Filialkirche von Ostritz

Auf Grund von Strukturveränderungen im Dekanat Zittau verlor die Bernstädter Gemeinde ihre Eigenständigkeit und wurde mit Wirkung vom 01. Januar 2000 wieder der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Ostritz zugeordnet. Dennoch feierte man im darauffolgenden Jahr unter großer Beteiligung der Gläubigen und mit Bischof Joachim Reinelt das 100 -jährige Kirchweihjubiläum. Bis heute treffen sich die Gläubigen an jedem Samstagabend zur Feier der Hl. Messe, an Festtagen sind es 60 und mehr.