Geistlicher Impuls für die Woche 38/2018

Buch Rut – Teil 4: Verborgene Wirkkräfte

Die hebräische Sprache, in der auch ursprünglich das Buch Rut verfasst wurde, kennt nur rund 6.000 Wörter. Wie wenig das ist, wird deutlich, wenn wir den deutschen Wortschatz dagegensetzen: Wir können immerhin auf ca. 75.000 Wörter zurückgreifen; das ist mehr als das Zwölffache. Und trotzdem entsteht nicht der Eindruck, die biblischen Geschichten würden unter der Wortarmut leiden. Sie wirken spannend und verstehen es, den Leser in das Geschehen hineinzuziehen. Im vierten Teil unserer Betrachtungsreihe zum Buch Rut werden wir dem Geheimnis dieser Erzählkunst nachgehen und dabei ein weiteres Gestaltungselement aufspüren.   » Alles lesen


 

Geistlicher Impuls für die Woche 35/2018

Buch Rut – Teil 1: Am Anfang war das Leid…

Viele Geschichten des Alten Testaments weisen in der christlichen Tradition ein seltsames Phänomen auf: Es gibt über sie wunderschöne – zumeist auch sehr ansprechend illustrierte – Kinderbücher. Bei den Erwachsenen spielen diese biblischen Erzählungen jedoch kaum noch eine Rolle. Es ergeht ihnen ähnlich wie den Märchen: Sie bleiben – bildlich gesprochen – förmlich in den Kinderschuhen stecken. Das ist schade, weil sie uns ein Leben lang viel zu sagen hätten. Allerdings gleichen die alttestamentlichen Texte oft einer Schalenfrucht. Das heißt: Unter der Oberfläche der eingängigen Geschichten verbirgt sich weitaus mehr. In einer mehrteiligen Reihe wollen wir dieses wertvolle Innere behutsam herausschälen und zwar ganz konkret anhand des Buches Rut.   » Alles lesen


 

Geistlicher Impuls für die Woche 33/2018

Ernst Barlachs „Fries der Lauschenden“ – Teil 10: „Die Pilgerin“

Nahezu jeden Tag wiederholt sich das gleiche Szenario: Pilger erreichen Santiago de Compostella und … fallen in ein tiefes Loch. Denn dem Glücksgefühl, endlich das Ziel des Jakobsweges erreicht zu haben, folgt recht schnell die beängstigende Vorstellung, nun wieder in den tristen Alltag zurückkehren zu müssen. Verständlich, wird doch das Pilgern meistens als beglückender Ausnahmezustand erfahren. Auch Ernst Barlach geht es ganz offensichtlich um die Freude, als er „Die Pilgerin“ aus einem harten Stück Eichenholz herausschält. Darauf verweisen die entspannte Haltung der Frau, dazu der in schöne Falten fallende Umhang und das zarte Lächeln auf den Lippen. Doch welche Freude meint der aus Hamburg stammende Bildhauer?   » Alles lesen


 

Geistlicher Impuls 31/2018

Ernst Barlachs „Fries der Lauschenden“ – Teil 8: „Der Empfindsame“

Die Figur, die im „Fries der Lauschenden“ meistens die größte Irritation beim Betrachter auslöst, ist die dritte von rechts. Im Vergleich zur Tänzerin, die sich in der Spiegelposition befindet, wirkt die Holzgestalt wie ein Gegenprogramm: keine zarte Frau, sondern ein stattlicher Mann; keine Leichtfüßigkeit, sondern vielmehr verkörperte Schwere; keine freudige, offene Ausstrahlung, sondern eher eine ernste und verschlossene; kein Tanz, sondern festes Stehen. Es erschließt sich nicht so leicht, wie Ernst Barlach einen solchen Menschentyp mit inspirierender Musik und spiritueller Suche in Verbindung bringen will.

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Geistlicher Impuls für die Woche 30/2018

Ernst Barlachs „Fries der Lauschenden“ – Teil 7: „Die Tänzerin“

Tanzen ist eines der großen Rätsel der Evolution. Auch wenn sich schon viele Wissenschaftler den Kopf darüber zerbrochen haben, lassen sich nur Vermutungen anstellen, warum der Mensch Musik macht und sich dazu rhythmisch bewegt. Lange Zeit dachte man, Tanzen wäre eine kulturelle Errungenschaft des Menschen – ausgelöst durch das Leben in Gruppen vor rund zwei Millionen Jahren. Doch Tänze gibt es auch im Tierreich. Einige Forscher meinen daher: Die Fähigkeit zu tanzen ist genetisch verankert und dient vordergründig zur Erhaltung des Lebens – ein schönes Sinnbild, wenn man das Tanzen einmal unter die Lupe der geistlichen Betrachtung nimmt.
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