Geistlicher Impuls für die Woche 34/2017

Bernhard von Clairvaux: von der Kraft des Himmelblicks

Wer an einer Ampelkreuzung nicht schnell genug bei Grün losfährt, wird mitunter von den Nachfolgenden angehupt. Das soll heißen: „Träum‘ nicht, fahr los!“ Was in diesem Fall zum Ärgernis wird, weil die notwendige Aufmerksamkeit für das Hier und Jetzt ausgesetzt ist, hat aber auch eine positive Seite. Wir überbrücken zum Beispiel Zeiten der Abwesenheit eines geliebten Menschen, in dem wir uns das Wiedersehen in den schönsten Bildern erträumen. Oder wir holen uns Erinnerungen hervor und versetzen uns noch einmal an Orte, die uns besonders gefallen haben. Auch in der christlichen Spiritualität spielt das Vorstellungsvermögen eine große Rolle. Wir wollen dazu einen Aspekt betrachten, der vor allem bei den Zisterziensern besonders ausgeprägt ist: der Blick zum Himmel.   Alles lesen


 

Geistlicher Impuls für die Woche 33/2017

Eine kleine geistliche Übung mit großer Wirkung: das Unterbrechen

In einer immer mobiler werdenden Welt sind Verkehrszeichen lebenswichtig geworden. Wenn sie in roter Farbe gestaltet sind, signalisieren sie uns – wie bei Stoppschild oder Ampel – die Notwendigkeit des Anhaltens, damit ein anderer unbeschadet unseren Weg kreuzen kann. In manchen Fällen ist auch das Umkehren angesagt – zum Beispiel, wenn wir auf das Verbotsschild bei Einbahnstraßen treffen, weil es für Zwei zu eng wird. Auch im geistlichen Leben braucht es solche Stoppsignale; es braucht kleine Mahnzeichen, den gewohnten Gang der Dinge zu unterbrechen. Wie wir sie finden und in unseren Lebensrhythmus bewusst einbauen können, darum soll es in der heutigen Betrachtung gehen.
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Geistlicher Impuls für die Woche 32/2017

Edith Stein und ihre drei Gesichter

Wer die Metropole Köln besucht, wird vielleicht auch die nahe am Dom gelegene Bankenmeile aufsuchen – entweder, um Geld abzuheben oder um auf direktem Weg zu einer der zwölf großen romanischen Kirchen, der beeindruckenden Gereonskirche, zu gelangen. In jedem Fall kann er auf Fußspuren treffen, die ihn bestimmt irritieren werden. Denn anders als die üblichen Abdrücke, die sich an unbefestigten Stellen finden lassen, sind jene von fünfstelligen Nummern flankiert.  Mittig ist ein kleines Podest eingelassen – eine Einladung, sich mitten in diese Spurenlandschaft aus Bronze hineinzustellen. Wir wollen dieser unaufdringlichen Aufforderung Folge leisten und so in Kontakt mit den übrigen Teilen eines außergewöhnlichen Denkmals kommen. Es steht für eine ebenso außergewöhnliche Frau, die hier in Köln eine bedeutende Lebensentscheidung traf: für die 1998 heiliggesprochene Edith Stein.  Alles lesen


 

Geistlicher Impuls für die Woche 31/2017

Unterscheidung – Erfahrungen und Hinweise aus der geschichtlichen Praxis

Ignatius von Loyola, dessen Gedenktag auf den 31. Juli fällt, hat für die christliche Spiritualität ein kostbares Erbe hinterlassen: seine „Geistlichen Übungen“. Noch heute quartieren sich Gott suchende Menschen in Klöster oder spezielle Exerzitienhäuser ein, um sich von dieser ignatianischen Anleitung führen zu lassen. Ursprünglich waren die „Geistlichen Übungen“ (lateinisch: Exercitia spiritualia) auf eine Lebensentscheidung angelegt. Ignatius formuliert den Kerngedanken als Bitte um „innere Erkenntnis des Herrn […], der für mich Mensch geworden ist, damit ich ihn mehr liebe und ihm nachfolge“. Es geht darum, den Ruf Gottes wahrzunehmen und die Entscheidung zu treffen, diesem Ruf konsequent zu folgen.
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Geistlicher Impuls für die Woche 30/2017

Geschwisterlich leben – die Botschaft des franziskanischen Sonnengesangs

Wenn Lebensstätten von bedeutenden Personen mit einem thematischen Weg erschlossen werden, stehen die Initiatoren meistens vor einer kaum zu lösenden Aufgabe. Einerseits sollen die einzelnen Wirkungsorte möglichst chronologisch aneinandergereiht werden, andererseits ist auch eine Route zu finden, die zum Nachgehen einlädt und daher keine allzu große Zick-Zack-Linie bildet. Oft geht dann die Lösung zu Lasten der korrekten zeitlichen Abfolge – so auch beim Franziskusweg, der den Spuren des hl. Franz von Assisi folgt. Dieser vor 15 Jahren eingerichtete Pilgerweg beginnt auf La Verna – einem Berg in Nordumbrien, den Franziskus erst zwei Jahre vor seinem Tod aufsucht. Von seinen Gefährten wissen wir, dass er hier in einer Vision die Wundmale Christi empfängt – ein mit dem Verstand kaum zu fassendes Ereignis. Alles lesen