Geistlicher Impuls für die Woche 41/2017

„Heute nur“ – ein Übungsansatz nach Papst Johannes XXIII.

Sie sind in unserer Zeit weitverbreitet: To-do-Listen. Geliebt und gehasst zugleich. Geliebt, weil sie uns helfen, den Überblick zu bewahren, was noch alles zu tun ist. Gehasst, weil sie uns am Tagesende oft das Gefühl vermitteln, wir kommen nie an ein Ende. Denn kaum ist eine Aufgabe abgehakt, kommen schon zwei neue hinzu. Inzwischen werden sogar schon Stimmen laut, dass diese To-do-Listen krankmachen. Doch wie so oft kommt es sicher auf das rechte Maß an. Und wir sollten ergänzen: Es kommt auch auf den Inhalt an. Denn was uns so unzufrieden macht, ist ja nicht die Fülle an Aufgaben, sondern das Empfinden von Wehmut, zu wenig Zeit für die wirklich wichtigen Dinge zu haben. Deswegen wollen wir heute eine To-do-Liste näher betrachten, die schon viele spirituell Suchende inspiriert hat: die Liste „Heute, nur heute“, die dem heiliggesprochenen Papst Johannes XXIII. zugeschrieben wird. Alles lesen


 

Geistlicher Impuls für die Woche 40/2017

Romano Guardini und seine Schrift „Vom Geist der Liturgie“

Es ist kein Geheimnis: Die Zahl der Gottesdienstteilnehmer geht stetig zurück. Seit 2010/11 stellt die Deutsche Bischofskonferenz die Statistiken ins Netz. Und diese sprechen eine deutliche Sprache: Waren es in Sachsen vor sieben Jahren noch 20,6 Prozent der Gemeindemitglieder, die wenigstens sonntags die Hl. Messe feiern, so liegt der letztjährige Durchschnitt nur noch bei 16,5 Prozent. Ginge der Schwund ungebremst so weiter, sind die Kirchen in nicht einmal 25 Jahren ganz leer. Langsam macht sich Ratlosigkeit breit, wie sich dieser Trend aufhalten lässt. Eine aktuelle Ausstellung über das Buch „Vom Geist der Liturgie“ ruft in Erinnerung, dass die Sorge um den Gottesdienst nicht neu ist. Schon vor hundert Jahren zeigte Romano Guardini auf, dass es ein neues Verständnis für die Liturgie braucht. Seine Denkansätze sind auch heute noch eine Entdeckung wert. In unserem Impuls können wir natürlich nicht auf alle Überlegungen Guardinis eingehen, aber wir wollen wenigstens den Wesenskern seiner Aussagen suchen. Vielleicht regt er den einen oder anderen an, diesen Klassiker der geistlichen Literatur einmal selbst in die Hand zu nehmen. Alles lesen


 

Geistlicher Impuls für die Woche 39/2017

Bruder Klaus und sein Traum

Heilige haben es nicht leicht; sie können kaum noch beeinflussen, was nachfolgende Generationen aus ihren Lebenszeugnissen machen. Dabei würden sie sicher gern öfters einmal eingreifen – vor allem wenn sich heutige Menschen nur auf jene Aspekte konzentrieren, die gerade den jeweiligen Zeitgeist treffen; wenn nur das herauspickt wird, was eigene Anschauungen und Lebensstile zu bestätigen vermag. Nicht selten passiert es, dass die Botschaften solch großer christlicher Gestalten nur bruchstückhaft wahrgenommen werden. Ein Heiliger, der ganz besonders in dieser Gefahr der Verkürzung steht, ist Niklaus von Flüe – auch liebevoll Bruder Klaus genannt. Keine Frage, der Schweizer Nationalheilige ist wegen seiner einstigen Friedensbemühungen hochgeschätzt. Doch andere Aspekte seiner Lebensweise blenden wir lieber aus: seine Gottsuche außerhalb der gewöhnlichen Gestaltungsräume – außerhalb von Arbeit, Familie, Freizeit. Bruder Klaus wird in diesem Jahr groß gefeiert; sein Geburtstag jährt sich zum 600. Mal und auch die Heiligsprechung vor 70 Jahren ist ein Grund zum Feiern. Wir wollen den morgigen Gedenktag (25. September) zum Anlass nehmen, um uns der provokativen Seite des Heiligen ein wenig zu nähern.   Alles lesen


 

Geistlicher Impuls für die Woche 38/2017

Hildegard von Bingen und ihr Wissen um die geheimnisvolle Kraft des Grüns

Wenn in diesen Tagen die letzten Schwalben fortfliegen, wird uns vielleicht ein wenig weh ums Herz. Denn dieser alljährliche Abschied sagt uns: Der Sommer ist so gut wie vorbei; die Tage, an denen wir unsere Zeit im Grünen verbringen können, sind gezählt. Wehmut beschleicht uns deshalb, weil wir mit dem Grün des Sommers nicht nur mehr Aktivität, sondern auch allgemein eine belebende, erfrischende Kraft verbinden. Nicht umsonst ist Grün die Farbe der Hoffnung und des Lebens. Grün ist aber auch die Farbe der Spiritualität. Davon berichtet uns heute Hildegard von Bingen, die um die geheimnisvolle Kraft dieses Grüns weiß.   Alles lesen


Geistlicher Impuls für die Woche 37/2017

Augustinus von Hippo – die „Reise zu Gott“ in drei Etappen – Teil 3

Für Fernwege werden meistens konkrete Etappen vorgeschlagen. Oft wird aber auch damit geworben, dass sich die Strecke individuell planen lässt. Dazu gehört es beispielsweise, erst später in die Route einzusteigen oder die Tour an einer beliebigen Stelle vorzeitig zu beenden. Für die vom hl. Augustinus von Hippo beschriebene „Reise zu Gott“ gilt das allerdings nicht. Auch wenn wir sie gut und gern als Fernweg bezeichnen könnten, sind doch Abkürzungen auf ihr schlecht möglich.

 

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